Deutschland steht eine Kampfabstimmung bevor, weil auch die EU-Partner Österreich und Portugal in den Rat wollen, der Gruppe der westeuropäischen und anderen Staaten aber nur zwei freie Sitze zustehen. Als Favorit gilt Portugal, das von der Unterstützung durch UN-Generalsekretär António Guterres profitiert sowie von dessen Anerkennung Palästinas als Staat. Um den zweiten verfügbaren Sitz dürfte sich ein enges Rennen zwischen Deutschland und Österreich entwickeln. Ab 16 Uhr MEZ entscheidet die Generalversammlung in New York.
Dabei war das Rennen von Anfang an ungleich. Deutschland hatte seine Kandidatur deutlich später als die Mitbewerber Portugal und Österreich bekannt gegeben. Das Buhlen um Stimmen zieht sich oft über Jahre, weil damit häufig langfristige Absprachen, etwa zum Stimmtausch bei anderen entscheidenden Abstimmungen, einhergehen. Wien hatte seine Kandidatur bereits 2011 angekündigt, Portugal folgte zwei Jahre später. Deutschland stieg erst deutlich später ein. Der ehemalige Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hatte die Kandidatur erst im September 2024 auf dem UN-Zukunftsgipfel offiziell angekündigt.
Die Vereinten Nationen wurden 1945 nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs gegründet. Ihre zentrale Mission: der Erhalt von internationalem Frieden und Sicherheit. Der UN-Sicherheitsrat trägt dafür die Hauptverantwortung. Nach Inkrafttreten der UN-Charta hatte der Sicherheitsrat zunächst elf Sitze, davon fünf ständige und sechs nichtständige. 1965 wurde er im Zuge der Dekolonialisierung auf 15 Sitze erweitert, seitdem hat sich an seiner Zusammensetzung nichts geändert.











