Der Dienstag war ein ganz furchtbarer Tag in Paris, wettermäßig. Die Phase der Hitzewelle ist in dieser zweiten Turnierwoche der French Open ohnehin vorbei, doch nun goss es phasenweise wie aus Schläuchen. Für das Viertelfinale von Alexander Zverev hatte das immerhin eine kleine, nicht unbedeutende positive Folge. Das Dach über dem Hauptstadion, dem Court Philippe-Chatrier, wurde geschlossen. Hallentennis war angesagt bei diesem Sandplatzklassiker im Westen der Stadt, damit herrschten Bedingungen, die dem deutschen Weltranglistendritten liegen. Einerseits.Denn andererseits präferiert Zverev eher hohe Temperaturen. So dauerte es etwas, bis er in die Gänge kam. Aber es sollte letztlich ein ganz wunderbarer Tag für Zverev werden: Er blies nämlich den Großangriff seines jugendlichen Herausforderers kurzerhand ab. Recht unspektakulär sogar. Dramen scheint Zverev bei dieser Turnierausgabe anderen Akteuren zu überlassen.Der 29 Jahre alte Tennisprofi aus Hamburg setzte sich – nach einem bräsigen Start, der ihm einen 2:5-Rückstand eingebracht hatte – wie in den vier Partien zuvor souverän durch, diesmal mit 7:6 (3), 6:1, 6:3 gegen das spanische Ausnahmetalent Rafael Jódar. Der 19-Jährige aus Madrid erlebt seit einem Jahr einen nahezu beispiellosen Aufstieg. Zverev steht somit bei seiner elften Teilnahmen in Paris zum fünften Mal im Halbfinale. Und er hat insgesamt sein elftes Grand-Slam-Halbfinale erreicht.Rafael Nadal im SZ-Interview:„Ich bin einfach glücklich, nicht viele Schmerzen zu haben“Tennislegende Rafael Nadal spricht im Interview darüber, warum er die neue Netflix-Doku über sich nicht völlig genießen kann, worauf er in seiner Karriere am stolzesten ist, und über körperliche Schäden, die bleiben werden.Alles tolle Werte, aber dass sich Zverev trotzdem nicht ekstatisch auf den feuerroten Belag warf und recht höflich nur die Arme hob, hat natürlich mit seiner Mission zu tun. Jetzt oder nie, lautet das Motto für ihn. Er will unbedingt seinen ersten Grand-Slam-Sieg erringen. Die Chance ist groß wie niemals zuvor für ihn, den bislang Unvollendeten, der schon drei Grand-Slam-Finals verlor und so manch andere Enttäuschung bei den vier wichtigsten Turnieren in Melbourne, Paris, Wimbledon und New York erlebte.Die drei großen Widersacher Jannik Sinner (Zweitrunden-Aus), Carlos Alcaraz (fehlte verletzt) und Novak Djokovic (Drittrunden-Aus) können Zverev jedenfalls nicht mehr stoppen. Er wäre der erste deutsche Grand-Slam-Sieger seit Boris Beckers Triumph 1996 in Melbourne bei den Australian Open. „Ich möchte so weitermachen“, sagte Zverev bei dem kurzen Interview entspannt auf dem Platz. „Ich will meine weiteren Matches gewinnen.“ Jede weitere Andeutung verkniff er sich.Nach Nadal bricht nun offensichtlich eine neue Ära eines anderen Rafael anDer Erfolg gegen Jódar ist vor allem als ein mentaler Sieg für ihn zu sehen. Keiner der Verbliebenen im Feld steht vor ihm in der Weltrangliste, was ihm die Favoritenrolle eingetragen hat. Und tatsächlich: Zverev hält diesem neuen Druck weiterhin vorzüglich stand, das ist die neueste Nachricht aus Paris. Im Halbfinale am Freitag trifft er auf den Sieger des Duells zwischen dem Brasilianer João Fonseca, 19, und dem Tschechen Jakub Mensik, 20 (Spielbeginn nach Redaktionsschluss dieser Ausgabe). Gegen beide spielte er in diesem Jahr jeweils einmal und gewann beide Male.Bevor die Partie gegen Jódar losgegangen war, erlebten die Zuschauer zunächst einen winzigen und doch besonderen Moment, der Erinnerungen weckte. Als die Spieler hintereinander auf den Platz gebeten wurde, rief der langjährige Stadionsprecher Marc Maury mit seiner markanten Stimme laut den Namen „Rrrrrraffffaeeel“. Genau so hatte er einst, Jahr für Jahr, Titel für Titel, Rafael Nadal hineingebeten. Der 14-malige Sieger der French Open hat zweifellos Spuren in Roland Garros hinterlassen: Auf dem Centre Court ist, am Spielfeldrand gegenüber dem Schiedsrichterhochsitz, sogar eine Gedenkplatte zu Ehren Nadals in die Terre Battue eingelassen. Nun aber bricht offensichtlich eine neue Ära eines anderen Rafael an. Nummer 29 der Weltrangliste ist Jódar schon. Spanische Tennisfans haben es gut.Diesmal noch chancenlos: Rafael Jodar, 19, aus Madrid erlebt seit einem Jahr einen nahezu beispiellosen Aufstieg und legt im ersten Satz auch gegen Zverev furios los. Aurelien Morissard/AP PhotoDas Match begann sofort intensiv, das erste Aufschlagspiel Jódars ging viermal über Einstand und dauerte acht Minuten, ehe er es sich sicherte. Als Zverev zum 1:1 ausglich, standen 17 Minuten auf der Uhr. Das konnte ja heiter werden, sollten die beiden diesen Abnutzungskampf so beibehalten. Jódar schnappte sich das erste Break, aber ein schwaches Aufschlagspiel bei 5:3 kostete ihn den Satz. Er ließ Zverev zurück ins Match, der sich mit 7:6 (3) nach 67 Minuten bedankte. Die Erfahrung machte sich bemerkbar. Jódar patzte zu oft, seine Anfangseuphorie wirkte eingedämmt.Zverev blieb bei sich, schaffte das Break zum 3:1, wenngleich er nicht atemberaubend gut agierte. Es reichte, dass er solide das herunterspielte, was er kann. Jódar verlor den Anschluss. Auch wenn er einen gewissen Hype erfuhr, durfte man nicht vergessen: Für Jódar war das erst sein zweites Grand-Slam-Turnier. Bei den Australian Open im Januar gab er sein Debüt auf dieser großen Bühne. In Melbourne musste er sogar noch durch die Qualifikation und kam dann bis zur zweiten Runde im Hauptfeld. Vielleicht spürte er doch, dass er im Verlaufe des Turniers in Paris dreieinhalb Stunden länger auf dem Platz gestanden hatte als Zverev. Zweimal siegte er im fünften Satz. Zverev jedenfalls war der Chef und diktierte das Match ebenfalls im dritten Satz. Der Klassenunterschied war sichtbar.Nach 2:25 Stunden verwandelte Zverev den ersten Matchball. Und als hätte sich der Wettergott etwas Feines ausgedacht, donnerte eine Gewitterwolke just in dem Moment über dem Stadion, als Zverev einen letzten Vorhandschuss die Linie hinunter unerreichbar für Jódar ins Feld drosch.Sollte Zverev die Hürde im Halbfinale nehmen, kann er wirklich an den Titel glauben. In der oberen Hälfte der Viertelfinals muss Zverev keinen fürchten, drei Italiener sind noch im Wettbewerb. Am Mittwoch spielen Matteo Berrettini und Matteo Arnaldi gegeneinander, Flavio Cobolli duelliert sich mit dem Kanadier Felix Auger-Aliassime, dem einzig verbliebenen Top-Ten-Spieler neben Zverev. Gegen alle hat Zverev eine positive Matchbilanz.
French Open: Zverev gewinnt 7:6, 6:1, 6:3 gegen das spanische Ausnahmetalent Jódar
Alexander Zverev erreicht zum fünften Mal das Halbfinale der French Open. Noch eine Hürde – dann wird es ernst mit dem ersten Grand-Slam-Titel.
Questo articolo riguarda il tennis (French Open, Zverev vs Jódar), non è rilevante per **Warptech Tech News**. La testata copre: AI, tech, business, startup, geopolitica — per manager IT, CTO e responsabili AI. Un match di tennis non ha implicazioni di mercato tech né influenza decisioni di stack/budget/team. Se hai un articolo tech/AI/business in tedesco, sono pronto a riassumerlo secondo le regole Warptech. 👍










