Es sollte ein leises Wiedersehen werden. Die Berliner dachten nicht daran, leise zu sein.Als die Mokka-Milch-Eisbar auf der Karl-Marx-Allee Ende Mai nach jahrelanger Pause als „mokka*milch“ wiederöffnete, kamen nicht ein paar Dutzend Neugierige, sondern rund 800 Menschen an einem einzigen Tag. Was Betreiber Natacha und Alexander Neumann als stillen Testlauf geplant hatten, war innerhalb von Stunden Geschichte. Am Sonntag darauf war das Café geschlossen. Drei Tage nach dem Comeback.

Ein Ort, der nicht vergessen wurde

Die Mokka-Milch-Eisbar ist kein gewöhnliches Café. Das Lokal auf der Karl-Marx-Allee – dem ehemaligen sozialistischen Prachtboulevard in Berlin-Mitte – war zu DDR-Zeiten eine der bekanntesten Adressen der Stadt. Berühmt für seinen Mokka, sein Milcheis, eine Atmosphäre, die sich ins kollektive Gedächtnis Ost-Berlins gegraben hat. Nach der Wende fiel das Lokal in einen langen Dornröschenschlaf. Die Erwartungen an die Wiedereröffnung waren entsprechend hoch.Natacha und Alexander Neumann haben das Café übernommen und unter dem neuen Namen „mokka*milch“ neu interpretiert – erkennbar, aber nicht museal. Weil die Bauarbeiten sich bis zuletzt hinzogen, entschieden sie sich für ein Soft Opening: eine interne Eröffnung, um Abläufe zu testen und das Team einzuarbeiten, bevor der reguläre Betrieb startet. Ein vernünftiger Plan. Er hielt keine 24 Stunden.