Die Erde rund um den Naivasha-See, ein flaches Süßwasserbecken im südlichen Zentralkenia, kommt nicht zur Ruhe: Im Boden steckt noch die Asche vom letzten Ausbruch des Mount Longonot in den 1860er Jahren. Obsidian-Höhlen und zerklüftete Steintürme erheben sich über Dampf, der aus Bodenspalten und kochenden Tümpeln quillt. Magma, das in einigen Zonen des Beckens nur wenige Kilometer unter der Oberfläche liegt, bringt das Wasser zum Sieden.
Es ist eine Landschaft, die vor etwa 25 Millionen Jahren durch gewaltige geologische Prozesse entstanden ist. Als sich die tektonischen Platten Nubiens und Somalias voneinander lösten, bildete sich eine etwa 6400 Kilometer lange Senke. Sie reicht von Ostafrika bis in den Nahen Osten und ist heute als Great Rift Valley (Großer Afrikanischer Grabenbruch) bekannt.
Dieser Text erscheint in der Ausgabe 4/2026 von MIT Technology Review. Darin beschäftigen wir uns mit KI in der Medizin. Das Heft könnt ihr ab sofort online bestellen und im Zeitschriftenhandel erwerben.
Geothermiekraftwerke in Kenia
Seine Unbeständigkeit verleiht dem Gebiet ein enormes Potenzial. Nur wenige Autostunden nordöstlich von Nairobi erzeugen fünf Geothermiekraftwerke über die aus der Erde aufsteigenden Dampfwolken etwa ein Viertel des kenianischen Stroms. Ein Teil der dabei entstehenden Energie entweicht in die Atmosphäre und noch mehr verbleibt aufgrund mangelnder Nachfrage im Untergrund.








