PfadnavigationHomePolitikAuslandKrieg im Nahen Osten„Du bist fucking crazy“ – Trump soll Netanjahu in Telefonat angeschrien habenStand: 06:55 UhrLesedauer: 3 MinutenEin Streitgespräch zwischen Donald Trump und Israels Premier Netanjahu eskaliert wegen des Vorgehens gegen die Hisbollah. Während Trump auf Deeskalation setzt, hält Netanyahu an militärischem Druck fest.Der Iran erneuert seine Drohungen gegen die USA. Derweil sickern Details zu einem Telefonat von US-Präsident Trump mit Israels Ministerpräsidenten Netanjahu durch.US-Präsident Donald Trump hat nach eigenen Angaben erreicht, dass Israel und die Hisbollah im Libanon einer Deeskalation zugestimmt haben. Trump teilte das am Montag in den sozialen Medien nach einem Telefonat mit dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu mit. Zudem habe er über Vermittler mit der Hisbollah im Austausch gestanden, berichtete er. Trump kündigte an, dass keine israelischen Soldaten in die libanesische Hauptstadt Beirut marschieren würden. Die Hisbollah habe wiederum „eingewilligt, dass sämtlicher Beschuss aufhören wird – dass Israel sie nicht angreifen wird und sie Israel nicht angreifen werden“. Die Hisbollah habe dem US-Vorschlag tatsächlich zugestimmt, teilte das Büro des libanesischen Präsidenten Joseph Aoun mit. Libanons Behörden hätten eine entsprechende Bestätigung erhalten. Die libanesische Regierung selbst ist keine Konfliktpartei.Israels Ministerpräsident Netanjahu bestätigte das Telefonat mit Trump, stellte das Vereinbarte aber eher als Warnung statt als Zurückhaltung dar. Er habe dem US-Präsidenten gesagt, dass Israel Ziele in Beirut angreifen werde, wenn die Hisbollah ihre Angriffe nicht einstelle. Das israelische Militär werde zudem weiterhin „wie geplant“ im Süden des Libanons im Einsatz sein.Trump soll Netanjahu wegen der Eskalation im Libanon scharf angegangen haben, das Telefonat sei mit Schimpfwörtern gespickt gewesen, berichtete das US-Nachrichtenportal „Axios“ unter Berufung auf zwei US-Beamte und eine dritte mit dem Gespräch vertraute Quelle. Trump habe seinen Verbündeten angeschrien: „Was zum Teufel machst du da?“ Auf Englisch: „What the fuck are you doing?“Ein US-Beamter fasste Trumps Äußerungen in dem Telefonat folgendermaßen zusammen: „Du bist fucking crazy. Ohne mich wärst du im Gefängnis. Ich rette dir den Arsch. Jetzt hasst dich jeder. Wegen dieser Sache hasst jeder Israel.“ Gegen den israelischen Regierungschef läuft seit sechs Jahren ein Korruptionsprozess.Derweil fing die israelische Luftwaffe auch nach Trumps Ankündigung einer neuen Feuerpause nach eigenen Angaben erneut zwei Geschosse aus dem Libanon ab. Zugleich soll Israels Luftwaffe laut der „Times of Israel“ weitere Angriffe im nördlichen Nachbarland geflogen haben. Der Iran hatte angesichts des eskalierenden Konflikts zwischen Israel und der mit Teheran verbündeten Hisbollah-Miliz im Libanon die Verhandlungen ausgesetzt. Sollte „die israelische Aggression gegen den Libanon“ andauern, werde man „nicht nur den Verhandlungsweg stoppen, sondern auch in eine direkte Konfrontation mit dem Feind treten“, schrieb Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf auf X nach einem Gespräch mit seinem libanesischen Amtskollegen Nabih Berri.Die Kämpfe zwischen Israel und der proiranischen Hisbollah stellen einen Knackpunkt in den Verhandlungen über ein dauerhaftes Abkommen zur Beendigung des Krieges der USA gegen den Iran dar. Der Iran verlangt als Bestandteil eines endgültigen Abkommens auch einen dauerhaften Waffenstillstand im Libanon. Lesen Sie auchUS-Präsident Donald Trump hatte sich zuvor optimistisch gezeigt und die „nächste Woche“ als Zeitraum für eine mögliche Einigung mit dem Iran auf ein Rahmenabkommen genannt, das die Öffnung der Straße von Hormus umfasst. Das berichtete der US-Sender ABC News unter Berufung auf ein Telefon-Interview mit Trump. Dieser habe ergänzt, dass er noch Punkte klären müsse und dem Abkommen noch nicht zugestimmt habe. Die Gespräche mit dem Iran würden aber in „schnellem Tempo“ fortgeführt, hieß es von Trump auf der Plattform Truth Social. Trump hat in der Vergangenheit immer wieder optimistische Zeitpläne bekannt gegeben, die dann schnell von der Realität eingeholt wurden. ll/luwi mit dpa/AP