Zwanzig Jahre nach dem Inkrafttreten des Informationsfreiheitsgesetzes (IFG) auf Bundesebene fordert eine Bevölkerungsmehrheit in Deutschland mehr Transparenz von staatlichen Stellen. Das geht aus der ersten bundesweiten Repräsentativbefragung zur Informationsfreiheit hervor, die die Bundesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit (BfDI), Louisa Specht-Riemenschneider, am Montag veröffentlicht hat. Demnach erwarten 96 Prozent der 2500 Befragten ein transparentes Behördenhandeln. Der Studie zufolge erleben jedoch 60 Prozent die Verwaltungsarbeit als kaum oder gar nicht nachvollziehbar.

Obwohl das Gesetz Bürgern den Zugang zu amtlichen Dokumenten ohne besondere Begründung ermöglicht, fällt die tatsächliche Nutzung bislang verhalten aus. Laut der vom Meinungsforschungsinstitut INFO durchgeführten Studie haben erst rund zehn Prozent der Befragten eine entsprechende Anfrage gestellt. Die meisten dieser Anträge seien jedoch erfolgreich verlaufen: 54 Prozent der Antragsteller hätten vollständigen Zugang zu den gewünschten Informationen erhalten, bei weiteren 28 Prozent hätten die Behörden zumindest teilweise Einsicht gewährt. Nur fünf Prozent der eingereichten Anfragen seien von den Ämtern klar abgewiesen worden.