Mit einem neuen Zentralprozessor für handelsübliche PCs greift Nvidia die bisherigen Platzhirsche ​Intel und AMD an. Jensen Huang (63), der Chef des weltgrößten ‌Halbleiterkonzerns, stellte am Montag den Chip für Rechner mit dem Betriebssystem Windows von Microsoft bei einem Auftritt anlässlich der Messe Computex in Taiwan vor. Der „RTX Spark“ sei darauf ausgelegt, ​möglichst viele KI-Berechnungen direkt auf dem PC auszuführen, statt sie ⁠in ⁠die Cloud auszulagern. Er sei gemeinsam mit dem taiwanischen Chipentwickler MediaTek konzipiert worden und ab Herbst erhältlich.„Der RTX Spark ‌soll den traditionellen, App-zentrierten PC in ​einen Rechner ‌verwandeln, bei dem KI-Agenten die zentrale Rolle spielen“, sagte Neil Shah, Mitbegründer des Research-Hauses Counterpoint. „Dies wird für den PC-Bereich der 'RTX-Spark'-Moment sein, so ‌wie es zuvor das iPhone, ChatGPT oder DeepSeek waren.“ Intel und AMD haben bereits Chips ‌im Angebot, die für KI-Anwendungen ​optimiert sind. ‌Qualcomm ist seit einiger Zeit ebenfalls in ‌diesem ​Markt aktiv. Nvidia verkauft die Prozessoren, mit denen KI-Systeme bei Technologiefirmen und Unternehmen weltweit betrieben werden. Mit einer Marktkapitalisierung von über 5,5 Billionen Dollar ist Nvidia das derzeit wertvollste börsennotierte Unternehmen der Welt. Die Grafikprozessoren (GPU) des Unternehmens gelten als Rückgrat des weltweiten Booms bei generativer künstlicher Intelligenz (KI) wie etwa großen Sprachmodellen, für die eine immense Rechenleistung nötig ist.Die Ankündigung von Montag bezieht sich auf sogenannte CPUs: den Zentralprozessor und damit das „Gehirn“ des Computers. „Microsoft und Nvidia werden den PC neu erfinden – das wird der neue PC sein“, sagte Huang in Taipeh. Dem Konzern zufolge werden Laptops und Desktop-Computer mit RTX-Spark-Chip von Firmen wie Dell und Lenovo ab diesem Herbst erhältlich sein.