Nvidia drängt mit KI-Chips in den Markt für Windows-NotebooksDer Chiphersteller drängt in den PC-Markt und nimmt damit Intel und AMD direkt ins Visier. Die Vision von Nvidia-CEO Huang geht jedoch weit darüber hinaus: Er will Haushalt und digitales Leben nahtlos miteinander verknüpfen.01.06.2026, 17.05 Uhr3 LeseminutenDer Nvidia-CEO Jensen Huang meint, dass KI bald das Eigenheim revolutioniert, wie er am Montag auf der Computermesse Computex in Taipeh erklärte.Ann Wang / ReutersNvidia greift nach dem nächsten grossen Markt. Mit einem eigens für künstliche Intelligenz entwickelten PC-Chip fordert der Konzern die etablierten Platzhirsche Intel und AMD heraus – und verspricht nicht weniger als eine neue Ära des Heimcomputers. Am Montag stellte der Nvidia-Chef Jensen Huang in Taiwan RTX Spark vor, einen KI-Chip, der speziell für die Anwendung von KI-Agenten entworfen wurde. Sein Versprechen: «Dies ist die wichtigste Neuerfindung des Computers seit 40 Jahren.»Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Nvidia hat den Computerprozessor (CPU) mit dem taiwanischen Chipdesigner Mediatek und Microsoft entwickelt. Er verbindet 20 Kerne, einen Grafikprozessor (GPU) der Blackwell-Reihe und 128 Gigabyte an integriertem Speicher. Der Prozessor werde eine «ganz neue Computerlinie» einleiten, sagte Huang in seiner Rede an der taiwanischen Computermesse Computex.Die kommenden Geräte von Herstellern wie Dell, MSI, Asus und Acer hatte er vor sich aufgebaut. Ab Herbst sollen sie auf den Markt kommen. Huangs Vision sieht vor, dass damit persönliche KI-Agenten für das Zuhause eingeführt werden und den Haushalt und das digitale Leben der Menschen verbinden.Marktführerschaft bei den Rechenzentren zementierenDer PC-Chip ist Teil von Nvidias Wachstumsstrategie. Mit Grafikchips für KI-Rechenzentren ist der Hersteller zum wertvollsten Unternehmen der Welt aufgestiegen. Nun will Nvidia mit Computerchips, die für agentische KI-Systeme optimiert sind, Marktanteile gewinnen und die Marktführerschaft des Unternehmens bei Rechenzentren zementieren.Der Markt für Heimcomputer ist ein wichtiger Bereich. Nvidia hatte bereits vor zehn Jahren versucht, aus seiner traditionellen Rolle als GPU-Lieferant auszubrechen. Es fing an, Grafikkarten für Videospiele herzustellen. Damit hatte Nvidia keinen Erfolg. Nun will das Unternehmen seine Vorherrschaft bei den Halbleitern für Datenzentren nutzen und sich auch im Alltag verankern.Ob das gelingt, muss sich noch zeigen. Microsoft, Chipfabrikanten und Computerhersteller versuchen bereits seit Jahren, Computer als KI-Maschinen zu vermarkten. Den grösseren Erfolg hat Apple mit seinem kleinen, quadratischen Mac mini erzielt. Das Modell wurde von KI-Anwendern zur derzeit besten preiswerten Arbeitsstätte für eigene KI-Agenten gekürt.Nvidia setzt nun darauf, die Entwicklungen für den heimischen PC-Markt nutzen zu können. Dort hat Nvidia nach Ansicht seiner Gründer bereits den Sprung vom Grafikkartenspezialisten zum «KI-Infrastruktur-Unternehmen» geschafft, das ein gesamtes Rechenzentrum liefern kann.Vom menschlichen Hirn zu RechenzentrenDas neue Mittel zum Zweck soll die Plattform «Vera Rubin» werden, die hochspezialisierte Grafik- und Computerprozessoren und Speichereinheiten zu einer «KI-Fabrik» verbindet. Es sei das komplexeste System, das Nvidia jemals entwickelt habe. «Der CPU ist der Dirigent, der GPU das Orchester», so beschrieb Huang die Aufgabenteilung.Nvidias Versprechen ist, dass KI-Rechenzentren damit weit preiswerter und stromsparender produzieren können als bisherige Tokens. Huang sieht offenbar auch den Boom der Rechenzentren intakt, der bisher den steilen Anstieg der Marktwerte von KI-Unternehmen angetrieben hat.Er liegt damit im Trend der Industrie. KI-Agenten würden die Nachfrage nach Rechenkraft explodieren lassen, bis 2030 um das 40-Fache, sagte sein Rivale Cristiano Amon von Qualcomm. Denn die digitalen Mitarbeiter übernehmen nicht nur menschliche Aufgaben, sondern verlagern damit auch den Energieverbrauch von menschlichen Hirnen zu Rechenzentren.Für Huang ist damit eine wichtige Schwelle überschritten. Mit KI-Agenten sei nun besonders in Bereichen wie Softwareherstellung anwendbare KI da. «Tokens sind nun für immer mehr Firmen ausserhalb der KI profitabel», so Huang. «KI ist nun ein Gewinngenerator, KI erhöht das Bruttoinlandprodukt.»Huang verspricht eine Revolution für das EigenheimFür Huang ist damit auch die Zeit gekommen, dass KI das Eigenheim revolutioniert. «Diese Neuerfindung des Computers ist ebenso bahnbrechend wie die Neuerfindung des Mobiltelefons», sagte Huang. Das Smartphone werde kaum mehr zum Telefonieren eingesetzt. «Auch der PC wird in zehn Jahren völlig anders aussehen», sagte er. «Ich kann mir vorstellen, dass jedes Haus – so wie es heute einen eigenen Fernseher hat – über einen Supercomputer verfügen wird, der alle Aspekte des Lebens steuert.» Es versteht sich von selbst, dass die Chips dafür gemäss seiner Vision von Nvidia kommen sollten.Passend zum Artikel
Nvidias Vision: KI-Agenten für Haushalt und digitales Leben
Der Chiphersteller drängt in den PC-Markt und nimmt damit Intel und AMD direkt ins Visier. Die Vision von Nvidia-CEO Huang geht jedoch weit darüber hinaus: Er will Haushalt und digitales Leben nahtlos miteinander verknüpfen.
Nvidia präsentiert RTX Spark (20 Cores, 128GB RAM) für persönliche AI-Agenten und fordert Intel sowie AMD direkt heraus. Strategie: Data-Center-Dominanz ins Consumer-Gerät; Agent-Compute wächst bis 2030 um das 40-Fache und transformiert den PC zum persönlichen Supercomputer.














