Immer mehr Frauen lassen ihre Eizellen für eine mögliche spätere Schwangerschaft einfrieren. Wieso? Und wer kann sich das leisten?
H ochpräzise Geräte, große silberne Kühltonnen und schwere Behälter, aus denen, wenn man sie öffnet, dichter weißer Dampf entweicht. Das ist der Arbeitsplatz von Manfred Schleyer – im Kinderwunschzentrum München-Pasing liegt er genau zwischen den Behandlungsräumen, dem Empfang und dem Bereich, in dem die Patientinnen nach einem Eingriff wieder aufwachen. Schleyer ist Biologe und hilft unter anderem dabei, dass Frauen ihren Kinderwunsch einige Jahre buchstäblich auf Eis legen können.
Die Rede ist vom sogenannten Social Freezing: dem vorsorglichen Einfrieren von Eizellen, ohne dass eine Krankheit vorliegt. Immer mehr Frauen entscheiden sich für diese Prozedur. Waren es vor einigen Jahren nur ein paar Hundert, sind es heute mehrere Tausend, Tendenz steigend. Die Frauen sind dabei im Schnitt 35 Jahre alt. In einer britischen Studie aus dem Jahr 2023 gaben 93,9 Prozent der Befragten an, sich für Social Freezing zu entscheiden, weil sie sich Sorgen um schwindende Fruchtbarkeit machten. 89,5 Prozent waren nicht in einer Beziehung und gaben dies ebenfalls als Faktor an.










