PfadnavigationHomePodcastsAha!Wissenschafts-PodcastKinderwunsch auf Eis – So funktioniert Social FreezingVon Juliane Nora SchneiderVeröffentlicht am 10.07.2025Lesedauer: 3 MinutenQuelle: Getty Images/Vera LivchakEizellen einfrieren, um sich den Kinderwunsch zu einem späteren Zeitpunkt im Leben zu erfüllen – das ist die Idee hinter Social Freezing. Doch wie sicher ist die Methode und für wen lohnt sie sich? Eine Kinderwunsch-Spezialistin beantwortet die wichtigsten Fragen.Außerdem geht es um die Tendenz, Verlust stärker zu gewichten als Gewinne. Hier können Sie die Folge direkt hören:Abonnieren Sie den Podcast unter anderem bei Spotify, Apple Podcasts, Amazon Music oder direkt per RSS-Feed.Hier bekommen Sie schon einen kurzen Einblick in den Inhalt der Folge:In der aktuellen Folge von „Aha! Zehn Minuten Alltagswissen“ geht es um die medizinischen, biologischen und gesellschaftlichen Aspekte des sogenannten Social Freezing. Die Gynäkologin Dr. Ulrike Bohlen vom Kinderwunschzentrum Bonner Bogen erklärt die Hintergründe der Behandlung.Ablauf und Kosten Beim Social Freezing werden unbefruchtete Eizellen entnommen und anschließend in flüssigem Stickstoff eingefroren. Die Therapie beginnt mit einer etwa zehntägigen hormonellen Stimulation, bei der täglich eine Spritze in das Bauchfett verabreicht wird. Über Ultraschall wird kontrolliert, wie viele Eizellen heranreifen. Sobald diese eine ausreichende Größe erreicht haben, werden sie unter einer kurzen Narkose entnommen. Dieser Eingriff dauert meist nur wenige Minuten.Die Eizellen werden noch am selben Tag im Labor schockgefroren. In flüssigem Stickstoff können sie dann theoretisch über Jahrzehnte gelagert werden. Die Kosten pro Behandlungszyklus belaufen sich auf etwa 4.500 Euro. In der Regel sind zwei Zyklen notwendig, um genügend Eizellen zu gewinnen. Für die jährliche Lagerung fallen zusätzliche 300 bis 400 Euro an. Die Krankenkassen übernehmen diese Kosten in Deutschland nicht.Wie hoch sind die Erfolgsaussichten? Als Zeitraum für die Entnahme der Eizellen empfiehlt Gynäkologin Bohlen das Alter zwischen 30 und 35 Jahren. Zwar ist es auch früher möglich – biologisch betrachtet sogar mit noch höherer Eizellenqualität –, dann fallen allerdings auch höhere Lagerkosten an. Entscheidend für die Erfolgschancen ist das Alter beim Einfrieren der Eizellen: Werden zwischen 20 und 30 Eizellen im Alter von 30 bis 35 Jahren entnommen, liegt die Wahrscheinlichkeit, später mindestens ein Kind zu bekommen, bei etwa 80 bis 90 Prozent.Vor der Behandlung wird die individuelle Fruchtbarkeit durch hormonelle Blutwerte überprüft, vor allem durch das sogenannte Anti-Müller-Hormon. Dieses gibt Hinweise auf die Eizellreserve einer Frau. Weitere körperliche Voraussetzungen spielen ebenfalls eine Rolle. Es wird empfohlen, die eingefrorenen Eizellen bis zum Alter von spätestens 45 Jahren zu verwenden. Mit zunehmendem Alter steigt auch das Risiko für Komplikationen in der Schwangerschaft.Risiken und NebenwirkungenDie Nebenwirkungen der hormonellen Behandlung seien meist gering und vorübergehend, so Bohlen. Sie reichen von leichten Kreislaufproblemen über Kopfschmerzen bis hin zu einem Blähgefühl. In der Woche nach der Eizellenentnahme sollte auf Sport verzichtet werden. Weitaus belastender können jedoch psychologische Aspekte sein: Die Sorge, nicht genügend Eizellen zu gewinnen, oder später trotz des Eingriffs kinderlos zu bleiben etwa. Trotzdem sähen viele Frauen im Social Freezing vor allem eine Entlastung, sagt Bohlen. Der gesellschaftliche Umgang mit Social Freezing habe sich deutlich gewandelt: Während es früher ethische Debatten gab, sei die Methode heute weitgehend akzeptiert. Diese Zusammenfassung wurde mithilfe von KI aus dem Transkript unseres Wissenschaftspodcasts erstellt.Ab sofort gibt es noch mehr „Aha!“ bei Apple Podcasts und exklusiv hier für WELT-Abonnenten:„Aha! Zehn Minuten Alltagswissen“ ist der Wissenschafts-Podcast von WELT. Darin klären wir, was es mit weitverbreiteten Mythen auf sich hat. Und welche Sie davon wirklich glauben können. Lindert ein Konterbier den Kater? Und härtet kaltes Duschen ab? Was stimmt wirklich – und was nicht? Wir gehen außerdem psychologischen Phänomenen auf den Grund: Der Angst, etwas zu verpassen zum Beispiel. Oder der Frage: Warum wir im Schlaf reden? Um all diese Fragen zu beantworten, sprechen wir mit Expertinnen und Experten, die uns helfen, die Welt noch besser zu verstehen. Faktenbasiert und auf dem aktuellen Stand der Forschung – und das alles in nur zehn Minuten. „Aha! Zehn Minuten Alltags-Wissen“ erscheint immer dienstags, mittwochs und donnerstags ab 5 Uhr. Wir freuen uns über Feedback an wissen@welt.de.