Auf diese Frau kommt es jetzt an. Im Ringen um die versprochenen Reformen, mit denen die Bundesregierung aus Union und SPD das Land wieder flott machen will, gilt eine Art Krönungstheorie: Nach den Beschlüssen zum Gesundheitssystem, nach den zähen Verhandlungen über Haushalt und Steuersenkungen soll ein runderneuertes Rentensystem gewissermaßen den Höhepunkt und Abschluss darstellen. Eine Expertenkommission soll am 29. Juni ein Konzept dazu vorstellen.Erst mit diesem Abschluss wäre dann der Beweis erbracht, dass es Friedrich Merz und seinen Ministern wirklich ernst ist mit der Idee, das Land zukunftsfest zu machen – jedenfalls so weit, wie man das in disruptiven Zeiten tun kann. Ein paar andere Punkte wie die Flexibilisierung der Arbeitszeit kommen hinzu.Und die zuständige Ministerin für all dies heißt nun mal Bärbel Bas. Es ist ausgerechnet die Politikerin, die seit ungefähr einem halben Jahr mit forsch hingeworfenen Sätzen immer neue Zweifel nährt, ob sie das Projekt dieses Sozialstaatsumbaus tatsächlich zu ihrem eigenen macht. Mal will sie gegen Arbeitgebervertreter kämpfen, mal nennt sie Reformdebatten „menschenverachtend“, mal distanziert sie sich auf einem Gewerkschaftskongress von den Koalitionsplänen für neue Arbeitszeitregeln.