Anthropic ist bestrebt, sich als verantwortungsvolles KI-Unternehmen zu positionieren – insbesondere im Vergleich zum Konkurrenten OpenAI. Zuletzt sorgte ein Auftritt im Vatikan für Aufmerksamkeit: Mitgründer Christopher Olah schloss sich dort der Forderung von Papst Leo XIV. nach mehr Ethik in der KI-Entwicklung an. Wie The Guardian berichtet, werfen Kritiker:innen dem Unternehmen dafür allerdings „Vatikan-Washing” vor.Anzeige

Anthropic ist wertvollstes KI-Startup

In seiner letzten Finanzierungsrunde sammelte Anthropic 65 Milliarden Dollar ein. Die Bewertung des Unternehmens liegt damit bei 965 Milliarden Dollar – sogar höher als die von OpenAI. Laut The Guardian markiert der Deal den vorläufigen Höhepunkt einer bemerkenswerten Wachstumsphase: Lange galt Anthropic als kleinerer Player im globalen KI-Wettrüsten. Aber die breite Akzeptanz seiner Produkte bei Tech-Konzernen, insbesondere nach der Veröffentlichung leistungsstarker Programmierassistenten Ende letzten Jahres, hat das Unternehmen zu einem dominierenden Akteur der Branche gemacht.

Auch bei privaten Nutzer:innen konnte Anthropic aufholen. Vor allem nach dem geplatzten Pentagon-Deal wechselten viele von OpenAIs ChatGPT zu Anthropics Claude. Der Grund: Das Pentagon hatte KI-Unternehmen aufgefordert, ihre Modelle für „alle rechtmäßigen Zwecke“ bereitzustellen – einschließlich autonomer Waffensysteme. Anthropic weigerte sich allerdings und wurde daraufhin als Lieferkettenrisiko eingestuft. Ein Gericht konnte diese Entscheidung aber noch blockieren. Konkurrent OpenAI sprang ein. Zwar beteuerte CEO Sam Altman, sich für strenge Sicherheitsmaßnahmen einzusetzen, intern musste er aber zugeben, keinen Einfluss darauf zu haben, wie das Pentagon die Modelle tatsächlich einsetzt.Anzeige