Als Dieter Stein Mitte der 80er-Jahre die Junge Freiheit gründet, ist Deutschland ein anderes Land. Die Mauer trennt Ost- und Westdeutschland, Helmut Kohl regiert im Kanzleramt, und Positionen rechts der Union gelten nicht nur als randständig, sondern führen vielerorts in die gesellschaftliche Isolation. Stein, heute Geschäftsführer der rechtskonservativen Wochenzeitung, ist damals gerade einmal 18 Jahre alt.
Was als kleines publizistisches Projekt beginnt, entwickelt sich über vier Jahrzehnte zu einem der prägendsten konservativen Medien Deutschlands – auch weil die Junge Freiheit insbesondere in ihren Anfangsjahren massiv unter Druck gerät. Isolation, Brandanschläge und eine zehnjährige Beobachtung durch den Verfassungsschutz konnten das Blatt nicht kleinbekommen. Im Interview mit dieser Zeitung erzählt Stein, warum ihn der Widerstand nicht dazu gebracht hat aufzuhören, aber zugleich auch nicht in eine ideologische Radikalisierung führte. Er spricht über den Aufstieg der AfD, den Vertrauensverlust etablierter Medien und die Frage, ob neue konservative Publikationen den Medienmarkt langfristig verändern werden.
Herr Stein, wenn Sie die Geschichte der Jungen Freiheit und die Ihrer publizistischen Arbeit von Anfang an erzählen müssten: Beginnt sie mit der Gründung der JF Anfang Juni 1986 oder schon Jahre zuvor?






