Die F.A.S. wird 25 Jahre alt. Ein Grund zurück zu schauen und nach vorn: Wie sehen junge Politikerinnen und Politiker die Zukunft? Was hoffen sie, was fürchten sie – und welche Rolle wollen sie selbst in ihren Parteien noch spielen?Johannes Winkel: „Es muss sich eigentlich alles ändern“Heute ist Johannes Winkel so etwas wie das schlechte Gewissen von Friedrich Merz. Morgen muss er sich dann vielleicht selbst mit den Vorwürfen der Jüngeren herumschlagen. Jedenfalls trauen ihm in der Partei viele was zu. Für den Kanzler ist es deshalb auch schwer, den JU-Chef als nervenden Rebellen abzutun. Dafür ist die Lage zu ernst und die Kritik der Jungen zu berechtigt.Johannes Winkel, 34, Bundesvorsitzender der Jungen Union (CDU)Janek StempelDas Land wird älter, immer weniger junge Menschen kommen nach. Diese wenigen aber müssen immer mehr einzahlen, damit die Alten weiter ihre Rente bekommen. Man muss nicht besonders gut in Mathematik sein, um zu ahnen, wie das endet: ziemlich schlecht für all jene, die in Zukunft alt werden. „Das Problem wird seit 30 Jahren beschrieben, aber keiner tut was“, sagt Winkel. „Stattdessen werden Entscheidungen getroffen, die das Problem noch verschärfen.“Für Winkel ist das kein isoliertes Problem, sondern eher Ausdruck davon, was insgesamt schiefläuft. „Die Berliner Blase und ihre etablierten Abläufe, das ist alles ziemlich überholt.“ Ihn stört die „Bräsigkeit“, die den politischen Betrieb und das ganze Land seit Jahren lähmt. Dass die Parlamentarier Beschlüsse der Regierung einfach nur abnicken, dass statt der Besten immer nur die Dienstältesten aufsteigen, dass Macht zum Selbstzweck wird. Für ihn ist klar: „Es muss sich eigentlich alles ändern.“Ziemlich radikal für einen JU-Chef, der auch noch Bundestagsabgeordneter einer Regierungsfraktion ist. Und vielleicht erklärt das ganz gut, was in diesen Jahren auf dem Spiel steht. Während die Demokraten sich in Detaildiskussionen verlieren, wächst die AfD und mit ihr das Misstrauen gegen alles Bewährte. Winkels größte Sorge: „dass sich die allgemeine Misslaune im Land irgendwann spontan artikuliert“ und es statt eines Politikwechsels einen Systemwechsel gibt.
Junge Politiker und ihre Visionen für Deutschland
Wie sieht die Welt in 25 Jahren aus? Wir haben diejenigen gefragt, die als Hoffnungsträger ihrer Parteien gelten.







