Lieber Jan,

setz dich. Trink etwas. Ich weiß, du hast viel zu tun. Vermutlich plant gerade jemand in deiner Redaktion einen Zwanzigminüter darüber, wie ein anderer Sender etwas falsch gemacht hat. Vielleicht warst du gestern auch damit betraut, weil du dich von Chris Sommer vertreten lassen hast.

Reden wir über deine letzte Folge.

Du hast – für alle, die deinen Freitag-Pflichttermin verpasst haben – einen fiktiven Live-Reporter ins Rennen geschickt, der vor dem Kölner Fernmeldeturm namens Colonius steht, der gleich gesprengt wird. Der Reporter redet zwanzig Minuten lang Unsinn in die Kamera. Falsche Zahlen, falsche Geografie, alles falsch. Köln liegt in Andalusien. Barcelona ist die Hauptstadt von Spanien, was geografisch immerhin in die richtige Richtung geht. Und so machst du weiter. Pol Pot taucht auf, der Kambodscha mit Brillenträgern leerräumt. Hitler ist auch wieder dabei, denn ohne ihn funktioniert dein Format inzwischen so gut wie eine Stehlampe ohne Strom.

Und deswegen mache ich jetzt etwas, das dir nicht gefällt. Ich schaue aus dem Fenster deines Glashauses.