Die Freien Demokraten versuchen es noch einmal. Auf ihrem Bundesparteitag in Berlin wählen die Delegierten am heutigen Samstag eine vollständig neue Parteiführung – ein Vorgang, der sich damit binnen zwölf Monaten zum zweiten Mal wiederholt.

Einziger Kandidat für den Vorsitz ist Wolfgang Kubicki, 74 Jahre alt, Vize-Chef der Partei seit 2013 und eine der wenigen verbliebenen Figuren der FDP, die außerhalb des liberalen Milieus noch jemand kennt. Er soll das schaffen, woran sein Vorgänger Christian Dürr scheiterte: die Partei zurück in die politische Relevanz zu führen.

Der Mann, den die FDP noch hat

Dürr war erst nach dem Absturz der FDP bei der Bundestagswahl im Februar 2025 – die Partei verfehlte damals die Fünf-Prozent-Hürde – an die Parteispitze gerückt. Eine Stabilisierung gelang ihm nicht. Bei den diesjährigen Landtagswahlen in Baden-Württemberg erzielte die FDP lediglich 4,4 Prozent, in Rheinland-Pfalz sogar nur 2,1 Prozent – in beiden Ländern wurde der Einzug in den Landtag verpasst. Präsidium und Bundesvorstand traten daraufhin geschlossen zurück.

Ursprünglich wollte Dürr erneut kandidieren, zog seine Bewerbung allerdings zurück, als Kubicki ins Rennen ging. Auch der nordrhein-westfälische Landeschef Henning Höne, der zunächst ebenfalls Ambitionen auf den Vorsitz signalisiert hatte, verzichtete am Ende. Kubicki steht damit ohne Gegenkandidaten da.