Die Sehnsucht nach dem Erlöser im Kanzleramt wächst. Aber erst mal müssen die Drängler sich gedulden – zumindest bis nach den Wahlen im September.
J ens Spahn hat ein schier unglaubliches Kunststück vollbracht, das ihm auch seine größten Fans nicht zugetraut hätten: Er hat sich noch unbeliebter gemacht als Friedrich Merz. Offenbar ist die Bevölkerung doch etwas nachtragender als die Unionsfraktion, die Spahn gerade erst mit satter Mehrheit wiedergewählt hat. Das sture Aussitzen von Affären und Vorwürfen der Milliardenverschwendung im Maskenskandal mag bei der CDU als machtpolitische Cleverness bewundert werden. Bei den Steuerzahlenden eher nicht.
Weil Spahn bei Umfragen im kaum noch messbaren Bereich hinter dem Kanzler rangiert, spielt er bei den aktuellen Spekulationen über einen möglichen Kanzlerwechsel bisher nur eine Nebenrolle, die allerdings noch sehr wichtig werden könnte.
Kaum vorstellbar ist auch, dass die SPD Spahn mitwählen würde. So muss der Mann mit dem vielleicht größten Machtwillen in der Union erst einmal mit ansehen, wie der beliebte nordrhein-westfälische Ministerpräsident Hendrik Wüst und andere Kandidaten aufs Schild beziehungsweise auf die Titelseite der Bild gehoben werden, die am Mittwoch fragte: „Kommt ein Kanzler-Tausch?“












