Viele Angaben stammen von Konfliktparteien und lassen sich teilweise nicht unabhängig überprüfen. Für unseren Liveblog verwenden wir neben eigenen Recherchen Material der Nachrichtenagenturen dpa, Reuters, epd, KNA und Bloomberg.Wichtige UpdatesIsrael bricht Kontakt zu UN-Generalsekretär Guterres ab – Grund: Bericht zu sexueller Gewalt Israels Armee meldet Angriff in BeirutIran greift US-Luftwaffenstützpunkt in Kuwait anLibanon meldet mehrere Tote nach heftigen Angriffen IsraelsIran und USA melden Angriffe rund um die Straße von HormusUSA und Iran wollen Waffenruhe um 60 Tage verlängern, Trump muss zustimmenDie USA und Iran erzielen einem Bericht zufolge eine vorläufige Einigung, die Waffenruhe um 60 Tage zu verlängern und weitere Gespräche über Teherans Atomprogramm aufzunehmen. US-Präsident Donald Trump billigt den Deal demnach aber noch nicht, berichtet Bloomberg unter Berufung auf eine mit den Verhandlungen vertraute Person. Zuvor meldet Axios Ähnliches.US-Vizepräsident J. D. Vance sagt, die USA und Iran stünden „kurz vor“ einem Abkommen. Man sei „noch nicht am Ziel“, aber nah dran. Strittig seien noch Fragen zu Irans Beständen an angereichertem Uran und zur Anreicherung selbst. Es sei zudem offen, wann oder ob Trump eine Absichtserklärung unterzeichne. Derzeit werde noch über Formulierungen verhandelt, Vance sagt, er habe „ein ziemlich gutes Gefühl“ dabei.Finanzminister Scott Bessent verweist auf Trumps drei „roten Linien“: freie Schifffahrt durch die Straße von Hormus, die Übergabe hochangereicherten Urans und ein Ende des iranischen Atomprogramms. Die seit Anfang April geltende Waffenruhe gilt als fragil und wird zuletzt durch vereinzelte Angriffe unterbrochen. Netanjahu plant Ausweitung der Militärkontrolle im Gazastreifen Israel weitet seinen Zugriff auf den Gazastreifen immer ​weiter aus. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sagte, er habe das Militär angewiesen, zunächst 70 Prozent des palästinensischen Gebiets zu erobern. Derzeit kontrolliert Israel effektiv etwa 64 Prozent. „Wir waren bei fünfzig (Prozent), wir sind auf sechzig gegangen“, sagte Netanjahu. „Meine Anweisung lautet, weiterzugehen – lassen Sie uns Schritt für Schritt vorgehen. Zunächst einmal ​siebzig. Fangen wir damit an. Wir setzen sie von allen Seiten unter Druck. Um die Überreste kümmern wir uns später.“Schon die aktuell effektiven 64 Prozent ⁠sind deutlich mehr, als Israel eigentlich zugestanden wurde: Im Rahmen eines von den USA vermittelten Waffenstillstands sollten sich Israels Truppen auf eine „Gelbe Linie“ zurückziehen, die den Umfang ihrer Kontrolle markiert. Diese Linie verschaffte Israel die Kontrolle über ​etwa 53 ​Prozent des Gazastreifens, der Rest sollte von der Hamas beherrscht werden. Reuters ‌hat zuletzt berichtet, dass Israel die Betonblöcke, die die Gelbe Linie vor ‌Ort, einseitig tiefer in von der Hamas kontrolliertes Gebiet verlegt hat. Die USA unter ihrem Präsidenten Donald Trump als wichtigster Unterstützer Israels haben Netanjahu dabei offensichtlich freie Hand gelassen.Netanjahu bezeichnet die von Israel in Gaza, aber ​auch in Syrien und im ​Libanon eroberten Gebiete als „Pufferzonen“ gegen mögliche militante Angriffe auf Israelis. ​Die Palästinenser betrachten die Ausweitung der Zone in Gaza indes als Teil einer israelischen Strategie, sie dauerhaft zu vertreiben. Die Palästinenser verweisen dabei auf Äußerungen hochrangiger Minister, darunter Verteidigungsminister Israel Katz, wonach Israel eine „freiwillige Migration“ aus Gaza fördern wolle. EU verhängt Sanktionen gegen israelische SiedlerDie EU hat die angekündigten Sanktionen wegen der Gewalt radikaler israelischer Siedler gegen Palästinenser im Westjordanland verhängt. Die Maßnahmen treffen vier Organisationen und drei Einzelpersonen, wie die Vertretung der Mitgliedstaaten in Brüssel mitteilte. Ihnen werden schwere und systematische Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen. Dazu gehört, dass Vermögenswerte in der EU eingefroren werden. Für Personen gelten zusätzlich ein EU-Einreise- und Durchreiseverbot.Zu den Sanktionierten zählen etwa die Siedlungsbewegung Nachala und ihre Direktorin Daniella Weiss. Von Nachalas Außenposten gehe fortdauernd Gewalt durch Siedler aus, heißt es in der EU-Begründung. Mehrere Außenposten seien auf Land errichtet worden, das sich in palästinensischem Privatbesitz befinde.Mit den Sanktionen will die EU ein klares Zeichen gegen die Gewalt von Siedlern setzen. Die EU sieht sowohl die Angriffe gegen Palästinenser als auch den Siedlungsbau im Westjordanland als Hindernisse für internationale Bemühungen um eine langfristige Friedenslösung im Nahost-Konflikt. Experten stufen die Siedlergewalt auch als Teil einer Strategie der rechtsreligiösen Regierung in Israel ein: Diese ziele darauf ab, Palästinenser im besetzten Westjordanland zu vertreiben, um dort längerfristig eine weitere Landnahme zu ermöglichen.UNESCO-Welterbestätte: Libanon besorgt um historische Stadt Tyrus Das libanesische Außenministerium hat die anhaltenden israelischen Angriffe auf die südlibanesische Stadt und UNESCO-Welterbestätte Tyrus scharf verurteilt. Die Attacken bedrohten historische Stadtviertel, religiöse Stätten sowie kulturelle Wahrzeichen in einer der ältesten Städte der Region, teilte das Ministerium mit.Außenminister Jussef Radschi verfolge die Entwicklungen „mit großem Schmerz und tiefster Sorge“. Nach Angaben des Ministeriums pflege er derzeit intensive diplomatische Kontakte mit dem Ziel, ein sofortiges Ende der Angriffe zu erreichen. Die Stadt Tyrus im Süden Libanons ist seit 1984 UNESCO-Welterbestätte. Sie zählt zu den bedeutendsten Fundorten phönizischer und römischer Ruinen im Land.Israels Armee meldet Angriff in BeirutIsraels Armee hat eigenen Angaben zufolge trotz geltender Waffenruhe in der libanesischen Hauptstadt Beirut angegriffen. Sie sprach von einem „gezielten“ Angriff, weitere Details nannte das Militär bisher nicht.Während die gegenseitigen Angriffe zwischen Israel und der Hisbollah-Miliz in Südlibanon zuletzt wieder zugenommen haben, gab es in Beirut seit Beginn einer offiziell seit Mitte April geltenden Feuerpause nur einen Angriff vor etwa drei Wochen. Ziel war israelischen Angaben zufolge damals ein Kommandeur der Radwan-Einheit der libanesischen Hisbollah-Miliz gewesen.Der jüngste Angriff traf ersten libanesischen Berichten zufolge ein Wohngebäude am Stadtrand der Hauptstadt, im Viertel Schwaifat. Über weiten Teilen Beiruts sind dpa-Reporterinnen zufolge seit den Morgenstunden Drohnen zu hören. Angaben zu möglichen Opfern gab es bislang nicht. Israels Armee nimmt seit Beginn der Waffenruhe laut israelischen Medienberichten auf Wunsch der US-Regierung nur noch selten Ziele in Beirut ins Visier.Iran greift US-Luftwaffenstützpunkt in Kuwait anKuwait ist nach Angaben des Militärs mit Raketen und Drohnen angegriffen worden, sehr wahrscheinlich aus Iran. Die Luftabwehr sei im Einsatz, um die Attacken abzuwehren, teilt das Militär am frühen Morgen auf X mit. In Kuwait befindet sich ein Luftwaffenstützpunkt des US-amerikanischen Militärs – und die Revolutionsgarde teilte der iranischen Nachrichtenagentur Tasnim zufolge mit, sie habe einen US-Stützpunkt in der Golf-Region angegriffen. Dies sei eine Reaktion auf einen US-Angriff am frühen Morgen in der Nähe des Flughafens Bandar Abbas gewesen.Kuwait hat die Raketen- und Drohnenangriffe auf sein Staatsgebiet scharf verurteilt. Das Außenministerium des Golfstaates bezeichnet die Angriffe als schwere Eskalation und eklatante Verletzung der Souveränität und Sicherheit des Landes. Die Behörde forderte Iran auf, die Angriffe unverzüglich und bedingungslos einzustellen. Kuwait mache die Regierung in Teheran voll für die Vorfälle verantwortlich, ​hieß es weiter.Seit Beginn der amerikanisch-israelischen Angriffe gegen Iran am 28. Februar hatte Teheran bereits Raketen und Drohnen auf Kuwait und andere mit den USA verbündete Golfstaaten abgefeuert. Trotz der seit dem 8. April geltenden Waffenruhe wurden zuletzt auch aus den Vereinigten Arabischen Emiraten vereinzelt neue Angriffe gemeldet. Laura OtterDie Lage vor OrtIrans Außenminister verurteilt US-Angriffe und Trumps Aussagen zu OmanDas iranische Außenministerium hat die nächtlichen US-Angriffe im Landessüden scharf verurteilt. Außenamtssprecher Ismail Baghai sprach in einer Mitteilung seines Ministeriums von wiederholten Verstößen gegen die Waffenruhe. Er bekräftigte auch die Entschlossenheit seines Landes, auf die Angriffe im Rahmen des Selbstverteidigungsrechts zu reagieren.Baghai kritisierte außerdem Aussagen von US-Präsident Donald Trump, der dem Golfstaat Oman gedroht hatte. „Oman wird sich wie alle anderen verhalten, oder wir müssen sie in die Luft jagen. Das verstehen sie“, sagte der Republikaner. Trump reagierte damit auf Berichte über Gespräche zwischen Iran und dem Oman über eine gemeinsame Regulierung der Straße von Hormus. Baghai sagte, der Oman habe stets eine „konstruktive, wirksame und verantwortungsvolle Rolle für Frieden und Sicherheit in der Region gespielt“. Dass Oman mit Blick auf die Meerenge ähnliche Ziele wie Iran verfolgt, gilt aber ohnehin als unwahrscheinlich.Laura OtterÖlpreise ziehen deutlich an Die Ölpreise haben im frühen Handel kräftig zugelegt. Am Markt wurde auf die neuen Angriffe in der Golfregion und eine weitere Sanktionsrunde der USA gegen Iran verwiesen. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) der globalen Referenzsorte Brent zur Lieferung im Juli stieg um mehr als 3,58 Prozent auf 97,67 US-Dollar. Damit blieb die Notierung aber weiter unter der psychologisch wichtigen Marke von 100 Dollar. Am Mittwoch war der Brent-Preis zeitweise noch um mehr als fünf Prozent gefallen.Die faktische Blockade der Straße von Hormus belastet die Weltwirtschaft massiv – und ist für Iran das Druckmittel schlechthin in den Verhandlungen. Trotz der jüngsten Preisreaktion steuert Rohöl weiter auf den zweiten Wochenverlust in Folge zu.Iran und USA melden Angriffe rund um die Straße von HormusIm Süden Irans sind nahe der Stadt Bandar Abbas an der Straße von Hormus drei Explosionen gemeldet worden. Die Nachrichtenagentur Fars berichtet zunächst, der genaue Ort und die Ursache seien unklar, die Luftverteidigung sei aktiviert worden. Bandar Abbas gilt als wichtiges militärisches Zentrum Irans am Persischen Golf. Es sind keine Opfer oder Schäden gemeldet worden.Ein Vertreter der USA, ‌der anonym bleiben wollte, sagte der Nachrichtenagentur Reuters, das Militär habe vier ‌iranische Kampfdrohnen abgeschossen und eine Bodenkontrollstation in der Hafenstadt Bandar Abbas angegriffen. Dort sei die iranische Seite im Begriff gewesen, eine fünfte Drohne zu starten. „Diese Aktionen waren maßvoll, rein defensiv und dienten der Aufrechterhaltung der Waffenruhe.“ Die Drohnen seien laut Wall Street Journal auf amerikanische und zivile Schiffe abgefeuert worden. Die ​USA hatten bereits Anfang ​der Woche Angriffe auf Iran geflogen und auch diese ​mit Selbstverteidigung begründet. Die iranische Agentur Tasnim bestätigt Schüsse der Revolutionsgarde auf einen US-Öltanker und einen Luftwaffenstützpunkt. Die Revolutionsgarde erklärte, sie habe den US-Luftwaffenstützpunkt beschossen, von dem ‌aus der Angriff auf die Kontrollstation nahe Bandar Abbas gestartet worden sei. Jede „weitere Aggression“ werde jeweils eine „entschlossenere“ Antwort nach sich ziehen. USA sanktionieren Behörde zur Kontrolle der MeerengeReedereien müssen sich für eine Durchfahrt durch die Straße von Hormus seit Beginn der Blockade mit iranischen Kontaktstellen koordinieren – und dürfen danach nur einen Korridor nahe der iranischen Küste passieren. Dafür verlangt Teheran hohe Gebühren. Das US-Finanzministerium setzte die für das Management und die Gebührenerhebung zuständige Behörde deswegen nun auf die Sanktionsliste. Der Plan, eine Gebühr für die Passage der Meerenge zu erheben, verstoße gegen internationales Recht, erklärte das US-Finanzministerium. Die Regierung in Washington warnt Reeder vor einer Zusammenarbeit mit der iranischen Behörde, um die Meerenge zu passieren. Dies könne als Unterstützung der Revolutionsgarden aufgefasst und daher ebenfalls mit Sanktionen belegt werden.Israels Armee greift im Süden Libanons anTrotz Waffenruhe geht der Krieg zwischen Israel und der Hisbollah in Libanon faktisch weiter: Die israelische Armee hat nach eigenen Angaben erneut im Süden Libanons Stellungen der proiranischen Hisbollah-Miliz angegriffen. Es sei „Infrastruktur“ der Schiiten-Miliz in der Stadt Tyrus attackiert worden, teilte die Armee am frühen Morgen mit. Zugleich meldete die Armee, ein mutmaßlicher Drohnenangriff auf israelische Truppen im Süden des Nachbarlandes sei abgewehrt worden. Das „verdächtige“ Flugobjekt sei über einem Gebiet abgefangen worden, in dem Israels Soldaten im Einsatz seien. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen.Trump und Iran nicht zufrieden mit Fortschritt bei VerhandlungenAus der Sicht von US-Präsident Donald Trump ist der Verhandlungsstand zu einem möglichen Ende des Iran-Kriegs bisher nicht zufriedenstellend. In einer Sitzung seines Kabinetts im Weißen Haus sagte der Republikaner, Iran sei sehr entschlossen: „Sie wollen unbedingt ein Abkommen schließen.“ Trump erneuerte die Drohung, dass man entweder einen Deal abschließen oder weiter kämpfen werde – er sprach davon, dann „die Sache zu Ende“ zu bringen.Trump verneinte, dass es mögliche Sanktionslockerungen für Iran geben könnte. Auch über Gelder, die Iran für sich beanspruche, habe man im Moment weiter die Kontrolle. Trump war von einer Reporterin gefragt worden, ob die USA erwögen, Sanktionen gegen Iran zu lockern, damit das Land wieder sein Rohöl verkaufen dürfe. Die USA haben Iran seit Jahrzehnten mit Sanktionen belegt, um dessen Einnahmen aus dem Ölverkauf zu schwächen. Auch Vermögenswerte sind eingefroren.Iran hat nach Angaben eines Parlamentspolitikers in den Verhandlungen mit den USA über ein mögliches Kriegsende an Kernforderungen festgehalten. Ebrahim Azizi nannte als „rote Linien“ das Recht auf Urananreicherung, die Kontrolle über die Straße von Hormus sowie die Aufhebung der Sanktionen und erklärte, Irans Position werde sich durch Donald Trumps Rhetorik nicht ändern. Damit ist weiterhin unklar, ob es zu einem Rahmenabkommen zwischen Iran und den USA kommen wird. Trump hatte am Wochenende Hoffnungen auf eine schnelle Einigung geweckt, diese aber später wieder etwas gedämpft, indem er sagte, beide Seiten müssten sich die nötige Zeit nehmen. Mehr ladenTickarooLive Blog Software