Trotz Waffenruhe haben die USA wieder Ziele in Südiran angegriffen. Man habe sich nur verteidigt, heißt es aus Washington. Iran schlägt zurück. Gleichzeitig droht US-Präsident Donald Trump nun auch dem mit Amerika verbündeten Oman. Die Hintergründe lesen Sie hier: Khamenei: USA und Israel wollen Iran „in die Knie zwingen“ Der Oberste Führer Irans, Ayatollah Modschtaba Khamenei, hat den Vereinigten Staaten und Israel vorgeworfen, die Islamische Republik niederringen zu wollen. „Der blinde Plan des Feindes besteht darin, nach dem aufgezwungenen Krieg, dem wirtschaftlichen Druck und der politischen und propagandistischen Belagerung Spaltungen und Zerfall zu schüren, um militärische Niederlagen auszugleichen und die Nation in die Knie zu zwingen“, erklärte Chamenei in einer am Donnerstag im Staatsfernsehen verlesenen schriftlichen Botschaft.In der Botschaft rief er die Iraner zudem zu Einheit und Zusammenhalt auf. Die Erklärung wurde anlässlich des Jahrestags der Gründung des nationalen Parlaments der Islamischen Republik verbreitet. Der Khamenei hatte die Nachfolge seines Vaters Ali Khamenei angetreten. Dieser war am 28. Februar am ersten Tag der Angriffe der Vereinigten Staaten und Israels auf Iran getötet worden. Teheran reagierte darauf mit Vergeltungsangriffen in der gesamten Region.Modschtaba Khamenei wurde bei den Angriffen nach iranischen Angaben selbst verletzt und trat seitdem nicht mehr öffentlich auf. Der Sprecher des iranischen Gesundheitsministeriums erklärte am Montag, Khamenei leide unter „oberflächlichen Verletzungen im Gesicht, am Kopf und an den Beinen“. Der amerikanische Verteidigungsminister Pete Hegseth hatte am 13. April hingegen erklärt, Khamenei sei „verwundet und vermutlich entstellt“.Amerikaner bestätigen LuftangriffDas amerikanische Militär hat den nächtlichen Luftangriff auf Iran bestätigt. Die Streitkräfte hätten fünf aus Iran gestartete Angriffsdrohnen abgefangen, teilt das amerikanische Zentralkommando (Centcom) auf der Plattform X mit. Zudem sei der Start einer sechsten Drohne von einer iranischen Bodenkontrollstation in der südlichen Hafenstadt Bandar Abbas verhindert worden. Ein US-Vertreter hatte zuvor von einem rein defensiven Einsatz zur Aufrechterhaltung der Waffenruhe gesprochen. Israel greift Beiruter Vorstädte anDie von der Hizbullah beherrschten südlichen Vorstädte Beiruts sind von einem israelischen Luftangriff erschüttert worden. Die Armee sprach von einem „gezielten Schlag“. Offensichtlich handelte es sich um einen Drohnenangriff, der ein Wohnhaus traf. Videoaufnahmen aus der Gegend zeigen Zivilisten, die in Panik fliehen. Laut unbestätigten Berichten libanesischer Fernsehsender galt die Attacke einem hohen Kommandeur der Raketeneinheit der von Iran gelenkten Hizbullah.Iran kritisiert Verletzung der Waffenruhe Iran hat die jüngsten US-Angriffe als Verletzung der Waffenruhe bezeichnet. Teheran werde „alle notwendigen Maßnahmen ergreifen, um seine nationale Souveränität zu verteidigen“, sagte der iranische Außenamtssprecher Esmaeil Bakaei. Die USA hatten in der Nacht zum zweiten Mal in dieser Woche Ziele im Iran angegriffen; Teheran reagierte nach eigenen Angaben mit einem Vergeltungsschlag auf den US-Stützpunkt, von dem die Attacke ausging.Bakaei äußerte zudem Solidarität mit dem Oman und verurteilte die „drohende Rhetorik amerikanischer Regierungsvertreter gegenüber Iran und mehreren Ländern in der Region“. Donald Trump hatte zuvor auch dem eigentlich mit Washington verbündeten Oman mit einem Angriff gedroht, sollte das Sultanat sich auf die Seite Irans stellen. Oman müsse sich „benehmen“, sagte Trump bei der Kabinettssitzung am Mittwoch. Andernfalls müssten die USA „sie in die Luft jagen“. Mathias PeerIsraels Armee greift im Südlibanon anDie israelische Armee hat nach eigenen Angaben im Süden des Libanons Stellungen der proiranischen Hizbullah-Miliz angegriffen. Es sei „Infrastruktur“ der Schiiten-Miliz in der Stadt Tyrus attackiert worden, teilte die Armee am frühen Morgen mit. Zu möglichen Opfern gab es zunächst keine Informationen. Zugleich meldete die Armee, ein mutmaßlicher Drohnenangriff auf israelische Truppen im Süden des Nachbarlandes sei abgewehrt worden. Das „verdächtige“ Flugobjekt sei über einem Gebiet abgefangen worden, in dem Israels Soldaten im Einsatz seien. Die Angaben ließen sich nicht unabhängig überprüfen.Eigentlich gilt seit Mitte April eine Waffenruhe. Darauf hatten sich die israelische und die libanesische Regierung, die selbst keine Konfliktpartei in dem Krieg ist, geeinigt. Die Hizbullah selbst lehnt Verhandlungen mit Israel ab. Faktisch läuft der Krieg ohnehin weiter. Zuletzt hatte sich die Lage abermals deutlich zugespitzt.Mathias PeerUS-Sanktionen gegen Irans Behörde zur Kontrolle der Straße von HormusDie US-Regierung hat die von Iran neu geschaffene Behörde zur Kontrolle und Mauterhebung in der Straße von Hormus mit Sanktionen belegt. Der Plan, eine Gebühr für die Durchquerung der Meerenge zu erheben, verstoße gegen internationales Recht, erklärte das Finanzministerium in Washington. Die US-Regierung warnt Reeder vor einer Zusammenarbeit mit der Behörde, um die Meerenge zu passieren. Dies könne als Unterstützung der iranischen Revolutionsgarden – der Elitestreitmacht der Islamischen Republik – aufgefasst und ebenfalls mit Sanktionen belegt werden.Westliche Regierungen und die Staaten am Persischen Golf lehnen Irans Maut-Pläne ebenso ab wie Schiffsbetreiber. Reeder, die auf den Zugang zu westlichen Märkten und auf Geschäfte in US-Dollar angewiesen sind, dürften sich nun aufgrund der Sanktionen wohl erst recht nicht auf Mautzahlungen an die Behörde einlassen. Mathias PeerIran meldet Vergeltungsangriff auf US-StützpunktAls Vergeltung für nächtliche Angriffe hat Iran nach Angaben des staatlichen Fernsehens einen amerikanischen Stützpunkt angegriffen. Ziel sei der Stützpunkt gewesen, von dem aus zuvor die Angriffe auf Iran ausgeführt worden seien, berichtete das Fernsehen unter Berufung auf die Revolutionsgarden. Angaben zum Ort des US-Stützpunktes wurden nicht gemacht, allerdings meldete das mit Washington verbündete Golfemirat Kuwait Drohnen- und Raketenangriffe auf sein Land. Die Luftabwehr sei im Einsatz, die Attacken abzuwehren, teilte das Militär des Landes am frühen Morgen auf der Plattform X mit. Zu möglichen Schäden und Opfern gab es zunächst keine Informationen. Woher der Beschuss erfolgte, wurde zunächst ebenfalls nicht mitgeteilt. Mathias PeerZehn Jahre Haft wegen geplanten Anschlags auf prominente Kritikerin TeheransWegen eines geplanten Anschlags auf eine prominente Teheran-Kritikerin ist in den USA ein Mann zu zehn Jahren Haft verurteilt worden. Er wurde vor einem Gericht in New York schuldig gesprochen, an der Planung eines Anschlagsversuches auf die US-iranische Journalistin und Frauenrechtlerin Masih Alinedschad beteiligt gewesen zu sein. Nach Angaben des US-Justizministeriums kam der Mordauftrag aus der iranischen Regierung.„Teheran versuchte, eine US-Journalistin in den Vereinigten Staaten zu ermorden - schlicht und einfach deshalb, weil sie einige der vielen Missstände dieses Regimes aufgedeckt hat“, erklärte der für die nationale Sicherheit zuständige stellvertretende Generalstaatsanwalt John Eisenberg.Der verurteilte Jonathan Loadholt hatte sich in dem Prozess teilweise schuldig bekannt. Der 37-Jährige und ein Mittäter wurden beschuldigt, 100.000 Dollar angenommen zu haben, um die in den USA lebende Alinedschad zu ermorden. Die beiden Männer wurden im November 2024 festgenommen, bevor sie ihre Anschlagspläne in die Tat umsetzen konnten. Der Komplize wurde im Januar bereits zu 15 Jahren Haft verurteilt. Die Dissidentin Alinedschad hatte Iran im Jahr 2009 verlassen. Die 49-Jährige kritisiert offen die Führung in Teheran und fordert unter anderem ein Ende des Kopftuchzwangs imnIran. Im März war die Frauenrechtlerin in Frankfurt am Main mit dem ersten Europäischen Paulskirchenpreis für Demokratie ausgezeichnet worden.Mathias PeerIranischer Politiker betont Einhaltung roter Linien in VerhandlungenIran hält nach Aussagen eines Politikers bei den Verhandlungen mit den USA über ein mögliches Kriegsende an Kernforderungen fest. Iran werde sich durch US-Präsident Donald Trumps Rhetorik nicht von seinen „roten Linien“ abbringen lassen, schrieb Ebrahim Azizi, Vorsitzender des Ausschusses für Nationale Sicherheit und Außenpolitik des iranischen Parlaments, in der Nacht auf der Plattform X. Trump hatte den Verhandlungsstand zuvor als für ihn noch nicht zufriedenstellend bezeichnet. Azizi nannte als rote Linien für sein Land das Recht auf Urananreicherung, die Kontrolle über die für den globalen Öl- und Gashandel wichtige Straße von Hormus sowie die Aufhebung der Sanktionen. Der Politiker ist – soweit bekannt – nicht direkt in die Verhandlungen mit den USA eingebunden.Azizi schrieb auf X: „Offensichtlich sucht Trump nach einem Ausweg aus dieser strategischen Sackgasse und wechselt dabei zwischen Drohungen und Appellen zu einer Einigung“. Mathias PeerUSA greifen erneut Ziel in Iran anTrotz der Waffenruhe und den laufenden Verhandlungen für ein Kriegsende haben die USA nahe der Straße von Hormus eine iranische Stellung angegriffen, von der aus Drohnen gesteuert wurden. Zudem seien vier Drohnen abgeschossen worden, die eine Bedrohung für die USA darstellten, teilte ein US-Beamter mit. Die angegriffene Stellung in der Stadt Bandar Abbas sei gerade dabei gewesen, eine fünfte Drohne abzufeuern. „Diese Maßnahmen waren zurückhaltend, rein defensiv und darauf ausgerichtet, den Waffenstillstand aufrechtzuerhalten“, hieß es weiter. Die Angaben des US-Militärs zu dem Vorfall ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen. Iranische Medien hatten zuvor von Explosionsgeräuschen in der Nähe von Bandar Abbas berichtet. Östlich der Stadt Bandar Abbas an der Straße von Hormus seien drei Explosionen zu hören gewesen, meldete die iranische Nachrichtenagentur Fars in der Nacht auf der Plattform Telegram. Die Luftverteidigung sei aktiviert worden.Bandar Abbas ist die Hauptstadt der Provinz Hormusgan und gilt als eines der wichtigsten militärischen Zentren Irans im Golfraum und an der Straße von Hormus.Mathias PeerTrump: "Die Zwischenwahlen interessieren mich nicht"US-Präsident Donald Trump macht sich nach eigenen Worten keine Sorgen über die politischen Folgen eines anhaltenden Konflikts mit Iran. Die iranische Führung habe sich getäuscht, wenn sie geglaubt habe, die Zwischenwahlen im November würden ihn zu einem Abkommen zwingen. „Die Zwischenwahlen interessieren mich nicht“, sagte im Weißen Haus. Trump hatte ursprünglich gesagt, der Krieg würde etwa vier Wochen dauern, nun nähert er sich dem vierten Monat. Zeitweise deutete Trump an, der Konflikt könne binnen Tagen beendet sein, um später anzudeuten, der Konflikt könnte noch einige Zeit andauern.Mehr ladenTickarooLive Blog Software
Liveblog Irankrieg: Unterhändler angeblich einig über Verlängerung der Iran-Waffenruhe | FAZ
Trump muss Vereinbarung noch billigen +++ Netanjahu plant Ausweitung der Militärkontrolle im Gazastreifen +++ Khamenei: USA und Israel wollen Iran „in die Knie zwingen“ +++ alle Entwicklungen im Liveblog








