PfadnavigationHomePolitikAuslandNahost-KonfliktIran widerspricht Bericht zu Waffenruhe-Deal – „Es ist ein Fehler, Trump vorzugreifen“, sagt BessentStand: 22:29 UhrLesedauer: 3 MinutenUS-Präsident Trump zwischen Außenminister Marco Rubio (l.) und Kriegsminister Pete HegsethQuelle: REUTERS/Evan VucciDer Iran und die USA sollen sich einem Bericht zufolge auf eine Verlängerung der Waffenruhe geeinigt haben. Aus Teheran folgt prompt ein Dementi. Auch US-Finanzminister Bessent verweist auf eine finale Entscheidung des Präsidenten.Unterhändler der USA und des Iran haben sich US-Kreisen zufolge auf einen Rahmen für weitere Verhandlungen verständigt, die Zustimmung von US-Präsident Donald Trump steht allerdings noch aus. Die vorläufige Einigung sieht nach Informationen der Nachrichtenagenturen AFP und AP eine Verlängerung der Waffenruhe um 60 Tage vor. Erstmals seit Kriegsbeginn Ende Februar wollen beide Seiten demnach wieder vertieft über das iranische Atomprogramm verhandeln. Mehr von WELT in der Google-Suche: WELT als Medium bevorzugenDer Iran wies eine Einigung jedoch zurück. Die iranische Nachrichtenagentur Tasnim berichtete unter Berufung auf eine Quelle aus dem Umfeld des Verhandlungsteams, eine Einigung sei noch nicht erreicht. Die Arbeit an dem Text sei noch nicht abgeschlossen. Iranische Medien berichteten zudem unter Berufung auf informierte Kreise, eine Einigung könne nicht einseitig von Trump verkündet werden, sondern müsse von Teheran bestätigt werden. Auch US-Finanzminister Scott Bessent hat Berichte über eine vorläufige Vereinbarung nicht bestätigt. Bei einer Presseunterrichtung im Weißen Haus sagte er: „Ich habe nicht mit US-Präsident Donald Trump über die Angelegenheit gesprochen. Es ist immer ein Fehler, dem Präsidenten vorzugreifen“, erklärte er. „Es wird also alles die Entscheidung des Präsidenten sein.“ Trump hatte am Mittwoch gesagt, er sei noch „nicht zufrieden“ mit dem jüngsten Angebot des Iran.Iran soll Schifffahrt durch Straße von Hormus garantierenZuerst hatte das Nachrichtenportal „Axios“ über die Einigung berichtet. Demnach will der Iran während der 60 Tage eine uneingeschränkte Schifffahrt durch die Straße von Hormus garantieren. Im Gegenzug wollten die USA ihre Blockade iranischer Häfen aufgeben, hieß es.Lesen Sie auchDer Iran wolle sich grundsätzlich dazu verpflichten, keine Atomwaffen anzustreben, wie Trump es immer wieder gefordert hatte, hieß es in dem Bericht weiter. Bei den vertieften Verhandlungen über das iranische Nuklearprogramm solle es zudem darum gehen, was mit dem angereicherten Uran geschehen soll. Der US-Präsident hatte mehrfach gesagt, die USA wollten das Uran unter ihre Kontrolle bringen.Der US-Sender Fox News berichtete, US-Außenminister Marco Rubio wolle am Freitag in Washington den pakistanischen Chefdiplomaten Ischak Dar empfangen. Pakistan vermittelt seit Monaten in dem Konflikt. Der mögliche Fortschritt in den Verhandlungen erfolgte inmitten neuer Spannungen zwischen Washington und Teheran. Nach gegenseitigen Angriffen hatten der Iran und die USA einander am Donnerstag mit scharfen Worten die Verletzung der seit dem 8. April geltenden Waffenruhe vorgeworfen. Einen iranischen Angriff auf den Golfstaat Kuwait bezeichnete das US-Regionalkommando Centcom als „eklatanten Verstoß“ gegen die Feuerpause. Zuvor hatten die USA erneut Ziele im Iran beschossen. Die iranischen Revolutionsgarden drohten im Falle weiterer US-Angriffe mit einer „entschiedenen Antwort“.Ein zentraler Streitpunkt der Verhandlungen über ein dauerhaftes Ende des Krieges ist neben dem iranischen Atomprogramm die Straße von Hormus. Durch die Meerenge wird normalerweise ein großer Teil des weltweiten Öl- und Flüssiggashandels abgewickelt. Der Iran blockiert die Wasserstraße seit Kriegsbeginn Ende Februar weitgehend. In diesem Zusammenhang drohten die USA dem verbündeten Golfstaat Oman mit Sanktionen, sollte er sich bei der geplanten Wiederöffnung der Straße von Hormus auf die Seite des Iran stellen. US-Finanzminister Scott Bessent erklärte, die Vereinigten Staaten duldeten „keinen Versuch, ein Mautsystem in der Straße von Hormus einzuführen“.Der Iran erhebt seit Ende April nach eigenen Angaben eine Gebühr, wenn Schiffe die von den Revolutionsgarden blockierte Straße von Hormus durchfahren wollen. Die USA werfen dem Oman vor, von der anderen Seite der Meerenge aus mit Teheran zusammenzuarbeiten.Mehr von WELT in Google sehenGoogle zeigt zu vielen Themen passende Nachrichten an. Nutzer können nun festlegen, welche Quellen ihnen bevorzugt angezeigt werden:WELT als bevorzugtes Medium festlegenrct