Der Patient ist auf dem Weg der Besserung. Die Blutwerte normalisieren sich bei dem US-Arzt, der sich in der Demokratischen Republik Kongo mit dem Ebolavirus infiziert hat und nun an der Charité Berlin behandelt wird. Peter Stafford befindet sich seit dem 20. Mai auf der Sonderisolierstation am Campus Virchow. Dort ist auch seine Familie isoliert und steht unter ärztlicher Beobachtung.

Mit 20 Betten ist die Station die größte ihrer Art in Deutschland. Integriert sind ein multifunktionaler Operationssaal sowie ein Labor. Aus der in sich geschlossenen Einheit soll kein Erreger entweichen, sei er noch so aggressiv und gefährlich. Hochspezialisiertes Personal steht bereit, kann bei Bedarf verstärkt werden.

Neben dem kürzeren Transportweg waren Ausstattung und Expertise für die US-Gesundheitsbehörde CDC ausschlaggebend, die Charité um Hilfe in diesem Fall zu bitten. Berlin kann Medizin auf höchstem Niveau. Nicht nur, aber vor allem auch an seinem Vorzeigeklinikum, das internationale Strahlkraft besitzt. Nach dem alljährlich vom US-Magazin Newsweek erstellten Ranking belegt die Charité unter mehr als 2500 Krankenhäusern weltweit den achten Platz und im europäischen Vergleich Platz zwei.

Kann Berlin also Medizin? Diese Frage stellt sich den Bewohnern der Hauptstadt tagtäglich, und je nach dem, im welchem Bezirk sie leben, fällt die Antwort unterschiedlich aus. In Marzahn-Hellersdorf, Treptow-Köpenick oder Lichtenberg etwa herrscht Mangel an Hausärzten, bleiben etliche Kassensitze unbesetzt. Gut versorgt in dieser Hinsicht sind dagegen Charlottenburg-Wilmersdorf und Steglitz-Zehlendorf.