Jedes Jahr dasselbe Chaos: Wenn die Sonne scheint, wird es voll. Sehr voll. Vor allem an Wochenenden sind viele Regionalzüge überfüllt – nicht nur, aber auch auf den Strecken zwischen Berlin und der Ostsee. Jetzt schlägt ein Bahnexperte eine Lösung vor, die das Problem an der Wurzel packen soll: Die Fahrradmitnahme soll auf bestimmten Strecken untersagt werden. Wie reagieren Radlobby und Verkehrsverbund?
Pfingsten war es wieder so weit. Der Regionalexpress RE5 startet pünktlich um 15.48 Uhr in Neustrelitz. Schon bei der Abfahrt sind die acht Wagen der doppelten Triebzugeinheit, die an Wochenenden und Feiertagen als Entlastung der regulären Doppelstockzüge eingesetzt wird, gut gefüllt. Doch schon am ersten Halt, in Fürstenberg (Havel), sind die Kapazitäten der Mehrzweckabteile größtenteils erschöpft.
In Dannenwalde und Gransee schafft es dann fast kein Radtourist mehr in den Zug nach Berlin. „Wir sind voll“, ruft die Zugbegleiterin, die sich darum bemüht, die Fahrgäste zu lenken und in den vollen Wagen Wege frei zu halten. Nur wer sein Velo beherzt oben auf die Fahrradknäuel legt, hat eine Chance auf Mitfahrt. Weil der Andrang so groß ist, verzögert sich die Weiterfahrt bei jedem Stopp deutlich.






