Alle Jahre wieder: Stress für die Fahrgäste. Bei Strandwetter sind die Regionalzüge von Berlin zur Ostsee noch voller als sonst. Die Deutsche Bahn (DB) und die Verkehrsverbünde kündigen Verbesserungen an. Dazu gehören neue Züge, die mehr Kapazität haben als die heutigen Fahrzeuge. Doch auf dem Papier wird dieser Zuwachs besser aussehen als in der Wirklichkeit. Denn die meisten zusätzlichen Sitzgelegenheit sind Klappsitze, von denen sich viele in Fahrradabteilen befinden. „Die neuen Züge sind ein Raumwunder“, lobte Carsten Moll, Chef von DB Regio Nordost, in Hennigsdorf. Dort stellte Stadler die ersten Wagen vor. Der Bahnhersteller baut zwölf Doppelstocktriebzüge vom Typ KISS. Sie sollen auf der Regionalexpresslinie RE3 zwischen Lutherstadt Wittenberg, Berlin, Greifswald und Stralsund eingesetzt werden.Die Fünf-Wagen-Garnituren für den Verkehr Richtung Usedom und Rügen sind für jeweils 1147 Passagiere zugelassen, erklärte Josef Köcher, Chef von Stadler Deutschland. Die Zahl der Sitzplätze steigt im Vergleich zu den heutigen Zügen von 500 auf 575 pro Zug.
Rechnerisch ist das eine Kapazitätserhöhung von 15 Prozent. Nicht nur für Ostsee- und Uckermark-Ausflügler, auch für Wochenendpendler aus Mecklenburg-Vorpommern ist das erst einmal eine gute Nachricht. Die Zahl der Fahrradstellplätze steigt ebenfalls: von 73 auf 84 pro Zug. Damit möchte die Bahn aber nicht mehr werben. Dort befürchtet man, dass auch die künftige Kapazität angesichts des Andrangs nicht reicht.









