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Das Wetter ist gut, die Lust, aufs Land zu fahren, groß und der Andrang an Ausflüglern mit Fahrrad in der Bahn entsprechend riesig. Mitten in dieses alljährlich auftretende Phänomen platzte vergangene Woche unter anderem in der Berliner Zeitung der Bahnexperte Christian Böttger mit der Forderung, die Fahrradmitnahme in Regionalzügen am Wochenende zu verbieten. Auch der RBB griff die Provokation des HTW-Professors auf und stellte ein Fahrradverbot an den Sommerwochenenden als „mögliche Lösung“ für überlastete Züge dar.

Ja, es nervt, wenn panische Fahrradgruppen in den überfüllten Zug drängen, im verzweifelten Versuch, noch irgendwie mitzukommen. Ja, es nervt, wenn durch krampfhaft auf ihre Mitnahme bestehende renitente Radrentner Verspätung entsteht und im Abteil alles noch enger wird. Dennoch ist das von Böttger gezeichnete Bild, durch sich vordrängelnde Radreisende würden massenhaft Alte, Behinderte und „Mütter mit Kinderwagen“ auf Brandenburgs Bahnhöfen zurückgelassen, keinesfalls eine sachliche Beschreibung der tatsächlichen Zustände, sondern eher ein emotionalisierend aufgebauschtes fahrradfeindliches Zerrbild.