Es gab mal Zeiten, da genoss Alexander Zverev einen gewissen Ruf, vor allem in Paris bei den French Open. Er besaß die fragwürdige Gabe, sich das Leben in Matches, in denen er zweifellos der Favorit war, unnötig schwer zu machen. Das führte dann dazu, dass er gerne mal über fünf Sätze gehen musste, um Außenseiter niederzuringen. Jetzt, im Alter von 29 Jahren, weiß er aber doch meistens, seine Klasse schneller und effektiver zum Erfolg zu führen. Bei seiner Zweitrundenpartie am Mittwoch in Paris, die Zverev in der sogenannten Night Session auf dem Court Philippe-Chatrier absolvieren durfte, bot er jedenfalls eine weitgehend tadellose Leistung. Der Tscheche Tomas Machac, der sich Mitte des zweiten Satzes am Fuß behandeln ließ, war chancenlos, und brauchte Zverev nur 1:48 Stunden Spielzeit, um mit 6:4, 6:2, 6:2 zu siegen.Beim kurzen Interview auf dem Hauptplatz in Paris mit dem früheren Weltranglistenersten Mats Wilander aus Schweden zeigte sich Zverev entsprechend zufrieden. „Eineinhalb Stunden war das Niveau von uns beiden hervorragend, seine Verletzung warf ihn dann etwas zurück“, ordnete der Hamburger richtig ein. Dass er auch auf Schläge wie den Stopp neuerdings setzt, zahlte sich auch an diesem Abend aus. Ende des vergangenen Jahres sei er mit seinem Team zusammengesessen und sie hätten nach neuen Wegen gesucht, um unberechenbarer zu werden, erzählte er am Mikrofon. 45 Winner verdeutlichten seine Überlegenheit in der Partie gegen den Weltranglisten-43., der schon mal auf Rang 20 stand (2025). In der dritten Runde am Freitag trifft der Weltranglistendritte auf den Franzosen Quentin Halys, die Nummer 90 der Weltrangliste.Tennisspielerin Eva Lys im Interview:„Der Hass darf nicht siegen“Als beste deutsche Spielerin kämpft Eva Lys für Frauenrechte auf der Tennis-Tour. Sie spricht über Hetze im Internet nach Matches, anonyme Stalker – und erzählt, wie ihre Autoimmunkrankheit sie belastet.Das Gute für Zverev: Während alle Profis tagsüber bei brütender Hitze schwitzten, siegte er bei milden Temperaturen und sparte Kräfte. Besondere Qualen hatte am Mittwoch Jakub Mensik erlitten, der 20-Jährige aus Tschechien siegte zwar 6:3, 2:6, 6:4, 1:6, 7:6 (11) gegen den Argentinier Mariano Navone. Aber da das Duell 4:41 Stunden dauerte, in der prallen Sonne, brach er nach dem Matchball zusammen und blieb zehn Minuten, von Krämpfen geplagt, liegen. Später erholte er sich rasch.Einen schwierigen Abend erlebte Eva Lys. Die 24-Jährige aus Hamburg war zwar gut in ihr Zweitrundenmatch gegen Sorana Cirstea gestartet und führte 3:1. Doch danach gewann sie kein einziges Spiel mehr und unterlag der Rumänin, die Ende dieser Saison ihre Karriere beenden wird, mit 3:6, 0:6. Von außen war nicht zu erkennen, wie es zu diesem Bruch in ihrem Spiel kommen konnte. Bei der Pressekonferenz klärte sie aber unter Tränen auf: Ihre rheumatische Autoimmunerkrankung, die sie 2024 publik gemacht hatte, hatte sie wieder stark beeinträchtigt. „Ich habe durch mein Rheuma immer wieder einfach Rückenprobleme, die ich auch die letzten Wochen ein bisschen mitgeschleppt habe. Und es gibt einfach Tage, an denen es einfach nicht geht“, sagte sie und schilderte den entscheidenden Moment, in dem sich ihr Körper gemeldet hatte: „Im ersten Satz bei 3:2 bin ich zu einem kurzen Ball gelaufen – und da hat es mir echt reingezogen.“„Im ersten Satz bei 3:2 bin ich zu einem kurzen Ball gelaufen – und da hat es mir echt reingezogen“, sagt LysNachdem ihr eine Sprecherin der Frauentour (WTA) zwischendurch ein Taschentuch gereicht hatte, fuhr Lys fort und erklärte, sie wollte die Krankheit (Spondyloarthritis) „nicht als Ausrede“ sehen. Und sie betonte: „Ohne jetzt böse zu klingen: Ich brauche kein Mitleid.“ Ende 2025 hatte Lys in einem SZ-Interview ausführlich geschildert, wie sehr ihre Krankheit ihr zusetze. „Sie beeinflusst mich täglich. Ich muss meinen ganzen Tag, mein Leben danach gestalten, um zu versuchen, so wenig wie möglich Rheumaschübe zu bekommen“, sagte sie damals. „Ich horche und fühle immer in mich rein. Wenn mein Körper sagt, es geht gerade nicht, dann muss ich auch darauf hören. Da führt kein Weg dran vorbei.“Lys tröstete sich damit, dass sie wisse, „wie ich damit umgehe und wie ich da rauskomme“. Eine Aufgabe in der Partie gegen die erfahrene Cirstea sei für sie nicht infrage gekommen. „Ich gebe sehr ungern auf, und ich habe gehofft, dass es in irgendeiner Weise besser wird“, sagte sie, denn: „Manchmal kann ich mich da ganz gut durchkämpfen, aber heute hat es leider nicht geklappt.“ Für Lys gestaltete sich die Saison mitunter schwierig, eine Knieverletzung hatte ihr zu Beginn des Jahres lange zugesetzt. Für die Weltranglisten-81. geht es nun bei den Turnieren in Berlin, Bad Homburg und Wimbledon weiter, die Rasensaison steht an. Und sie freue sich darauf. „Ich finde Rasen tatsächlich einen sehr interessanten Belag. Ich fühle mich da eigentlich ganz gut drauf. Ich werde da sicher positiver reingehen, als ich mich jetzt fühle.“
French Open zweite Runde: Zverev siegt locker, Lys verliert
Während andere tagsüber bei brütender Hitze schwitzten, siegt Alexander Zverev im Abendmatch der French Open und spart Kräfte. Eva Lys verliert und kämpft mit den Tränen.











