Gerne werben Unternehmen damit, dass ihre Produkte oder deren Verpackung „klimaneutral“, „umweltfreundlich“, „recycelbar“ oder „100 Prozent kompostierbar“ seien. Detailliert belegen mussten sie es oft nicht. Mit dem ökologischen Gewissen der Konsumenten lässt sich zusätzliches Geld verdienen, also macht man sich gerne grüner, als man tatsächlich ist. Doch ab 27. September 2026 soll Schluss sein mit Greenwashing. Brüssel und Berlin sortieren dann die schwarzen Schafe per Gesetz aus.
Denn Ende September tritt eine Änderung des Wettbewerbs- und Verbraucherrechts in Kraft. Die EU hatte dazu vor zwei Jahren den Anstoß mit einer neuen Richtlinie gegeben, der EmpCo-Richtlinie. EmpCo steht hier für „Empowering Consumer“, also Verbraucherstärkung. Deutschland und die anderen Mitgliedstaaten haben das mittlerweile in nationales Recht umgesetzt. Das Gesetz soll vor allem ökologische Werbelügen entlarven. Doch wie so oft verhunzen Lobbyisten, Bürokraten und Ministeriale in Brüssel und Berlin eine gut gemeinte Absicht auf dem langen Weg zum Gesetz. Und so gibt es das ein oder andere ungelöste Problem.
Chaos bei Öko-Siegeln: Taskforce bei der Schwarz-Gruppe
Gemäß dem angepassten Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) sollen nun auch keine Nachhaltigkeitssiegel ohne Zertifizierung mehr erlaubt sein, die sich eine fantasievolle Marketing-Abteilung ausgedacht hat. Die inflationäre Schwemme an Siegeln wollen Brüssel und Berlin so eindämmen. In Zukunft sind in der EU nur noch Nachhaltigkeitssiegel erlaubt, die auf offiziellen Zertifizierungssystemen basieren oder von Behörden festgelegt wurden. Doch da hakt es. Welches Siegel ist nun vertrauenswürdig und welches nicht? Eine weitere EU-Richtlinie dazu, die Green-Claims-Richtlinie, ist im sogenannten Trilog-Verfahren zwischen EU-Behörden und Mitgliedstaaten versackt. Sie hätte wichtige Detailfragen klären sollen.







