PfadnavigationHomeRegionalesBerlin & BrandenburgEbola-Patient in Berlin stabil - Familie symptomfreiStand: 18:35 UhrLesedauer: 3 MinutenBundesgesundheitsministerin Nina Warken hat die Charité besucht.Quelle: Bernd von Jutrczenka/dpaDer an Ebola erkrankte Patient in Berlin zeigt deutliche Besserung. Auch seine Frau und Kinder sind in Quarantäne. Die Gesundheitsministerin betont die Wichtigkeit der internationalen Zusammenarbeit.Rund eine Woche nach der Aufnahme an der Berliner Charité hat sich der Gesundheitszustand des US-amerikanischen Ebola-Patienten verbessert. Dem Mann gehe es den Verhältnissen entsprechend gut, sagte Leif Erik Sander, Direktor der Klinik für Infektiologie und Intensivmedizin der Charité, bei einem Pressetermin. Auch die Viruskonzentration sei über die Woche schnell abgefallen. «Der Patient ist also relativ stabil und wir hoffen wirklich, dass sich die Situation weiter stabilisiert.»Anfangs sei der Mann sehr geschwächt gewesen und habe typische Symptome einer Ebola-Virus-Infektion gezeigt. Zudem habe er eine hohe Viruslast gehabt. «Glücklicherweise war der Patient zu keinem Zeitpunkt so schwer krank, dass er intensivmedizinisch behandelt werden musste», sagte Sander. Der Patient habe eine kombinierte antivirale Therapie erhalten.Weiter sagte der Infektiologe: «Wir sind anhand des Verlaufs sehr optimistisch, dass der Patient sich vollständig erholen kann und dann auch die Virusinfektion besiegt ist». Der Mann wird auf der Sonderisolierstation der Charité behandelt. Dabei handelt es sich um eine geschlossene Einheit, getrennt vom regulären Klinikbetrieb. Weder für die Bevölkerung noch für Patienten bestehe daher Gefahr, betonte das Bundesgesundheitsministerium.Warken: Momentan keine Anfragen für weitere AufnahmenBundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) informierte sich bei einem Besuch an dem Universitätsklinikum über den Zustand des US-Amerikaners. Dabei dankte sie allen Beteiligten für die reibungslose Aufnahme und Versorgung des Mannes. Auf die Frage, ob weitere Patienten nach Deutschland kommen sollten, antwortete sie: «Wir haben momentan keine weiteren Anfragen.»Zudem betonte sie die Bedeutung der internationalen Zusammenarbeit. «Kein Land kann alleine solche Ausbrüche bekämpfen, kontrollieren, sie früh erkennen», sagte die Gesundheitsministerin. Es brauche Zusammenarbeit, gemeinsame Forschung, gemeinsame Entwicklung von Medikamenten, von Therapien.Der US-amerikanische Arzt war vergangene Woche in der Berliner Charité aufgenommen worden. Seine Ehefrau und Kinder trafen eine Nacht später dort ein. Hintergrund war ein entsprechendes Hilfeersuchen der US-Behörden. Nach Angaben der Universitätsklinik wurden bei dem Patienten das Bundibugyo-Virus, eine Art des Ebola-Virus, mit einem PCR-Test eindeutig nachgewiesen.Ehefrau und vier Kinder sind symptomfreiDie Frau und Kinder des Patienten, die als Hochrisikokontakte eingestuft werden, sind Sander zufolge aktuell symptomfrei und befinden sich in einem getrennten Teil der Station in Quarantäne. «Bis zum heutigen Tag konnten wir kein Ebola-Virus nachweisen», so Sander.Für die Frau und die Kinder gilt eine Quarantäneanordnung von 21 Tagen Quarantäne seit dem letzten Kontakt. «Und im Falle des Patienten wird in der Regel gefordert, dass mindestens 72 Stunden Symptomfreiheit besteht und dass zwei konsekutive Tests im Abstand von 48 Stunden virus-negativ sind», erläuterte der Infektiologe.Ansteckend und lebensbedrohlichEbola-Fieber ist eine ansteckende und lebensbedrohliche Krankheit. Das Virus wird durch Körperkontakt und Kontakt mit Körperflüssigkeiten übertragen. Der aktuelle Ausbruch ist besonders schwer einzudämmen, weil es für den seltenen Bundibugyo-Typ bislang weder einen Impfstoff noch eine spezielle Therapie gibt.Zuletzt hatte die kongolesische Regierung rund 930 Verdachtsfälle und rund 220 Todesfälle gezählt. Für den vorherrschenden seltenen Erregerstamm Bundibugyo gibt es keinen Schnelltest.WHO fordert Waffenstillstand zur Eindämmung von EbolaDie Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnte vor einer «katastrophalen Kollision von Krankheit und Konflikt» in der vom Ebola-Ausbruch betroffenen Region im Osten der Demokratischen Republik Kongo. «Wir können weder das Vertrauen der Bevölkerung gewinnen noch Kranke isolieren, während Bomben fallen», schrieb WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus auf dem Nachrichtenportal X. Er appellierte an die Kriegsparteien, sich auf einen sofortigen Waffenstillstand zu einigen, damit der Ausbruch eingedämmt werden kann.Weil es keinen exakt passenden Impfstoff und keine speziellen Medikamente gegen die kursierende Ebola-Variante gibt, kann die Infektionskette nur unterbrochen werden, wenn Infizierte unter höchsten Sicherheitsstandards behandelt werden und ihre Kontakte sich für drei Wochen isolieren.dpa-infocom GmbH
Ebola-Patient in Berlin stabil - Familie symptomfrei - WELT
Der an Ebola erkrankte Patient in Berlin zeigt deutliche Besserung. Auch seine Frau und Kinder sind in Quarantäne. Die Gesundheitsministerin betont die Wichtigkeit der internationalen Zusammenarbeit.










