Die wirtschaftliche Lage in Südthüringen hat sich im Frühsommer 2026 weiter verschlechtert. Nach Einschätzung der Industrie- und Handelskammer (IHK) Südthüringen belasten vor allem der Krieg im Nahen Osten und stark gestiegene Energiepreise die Unternehmen.
Der Konjunkturklimaindikator der IHK Südthüringen erreicht nach Angaben der Kammer aktuell 63,5 von 200 möglichen Punkten und liegt damit sieben Punkte unter dem Wert zu Jahresbeginn 2026. Werte unter 100 Punkten gelten als Zeichen einer rezessiven Entwicklung. 44 Prozent der befragten Unternehmen bewerten ihre Geschäftslage als schlecht, nur 16 Prozent als gut. Für die kommenden Monate rechnen 51 Prozent mit einer weiteren Verschlechterung.
Seit Beginn des Nahost-Krieges sind die Großhandelspreise für Erdgas in Deutschland laut IHK um 45 Prozent gestiegen. 68 Prozent der Unternehmen sehen die Energiepreise als größtes Risiko, gefolgt von der Inlandsnachfrage und den wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen mit jeweils 61 Prozent.
Dritte Energiekrise des Jahrzehnts
IHK-Hauptgeschäftsführer Ralf Pieterwas erklärte, der Krieg im Nahen Osten führe zur dritten Energiekrise dieses Jahrzehnts und bringe etliche Unternehmen zusätzlich in Bedrängnis. Das Agieren der Bundesregierung sei bislang nicht von strukturellen Entlastungen geprägt gewesen. Kurzfristig könnten nach seinen Worten eine Reduktion der Energiesteuer auf das EU-Mindestmaß sowie eine Aussetzung der CO₂-Bepreisung zur Entlastung beitragen. Hierdurch ließen sich zum einen sofort die Energiepreise senken und zum anderen die Standortbedingungen zur Steigerung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit wesentlich verbessern.












