PfadnavigationHomeWirtschaftDIHK Progonse„Ein tragfähiger Aufschwung rückt in weite Ferne“Stand: 01:11 UhrLesedauer: 2 MinutenContainerschiffe im Hamburger HafenQuelle: Christian Charisius/dpaIm dritten Monat des Iran-Kriegs werden die Folgen für die deutsche Wirtschaft immer deutlicher. Die Deutsche Industrie- und Handelskammer senkt ihre Wachstumsprognose drastisch. Sie sieht noch weitere Gründe für die Wirtschaftskrise.Die Aussichten für die deutsche Wirtschaft trüben sich weiter ein. Fast drei Monate nach Ausbruch des Iran-Kriegs ist die Stimmung der Unternehmen auf einen Tiefpunkt gefallen, zeigt die Konjunkturumfrage der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK), die WELT AM SONNTAG vorliegt. Demnach bewerten 26 Prozent der befragten Unternehmen die wirtschaftliche Lage als schlecht, so viele wie zuletzt während der Corona-Pandemie. Auch die Aussichten haben sich verschlechtert: Nur 13 Prozent rechnen in den nächsten zwölf Monaten mit besseren Geschäften, ein Drittel erwartet einen Rückgang. Seit Jahresbeginn ist der Anteil pessimistischer Firmen um acht Prozentpunkte gestiegen.Lesen Sie auchNun senken die DIHK-Experten ihre Prognose für das Wirtschaftswachstum auf nur noch 0,3 Prozent in diesem Jahr. Zum Jahreswechsel waren sie von einem Prozent ausgegangen. „Kaum zeigten sich erste konjunkturelle Hoffnungsschimmer am Horizont, legt sich mit dem Krieg im Nahen Osten ein erneuter Schatten auf die ohnehin geschwächte deutsche Wirtschaft. Ein tragfähiger Aufschwung rückt in weite Ferne“, sagt DIHK-Hauptgeschäftsführerin Helena Melnikov. Investitionen brechen ein Schon zuvor seien die Unternehmen durch hohe Arbeitskosten, Energiepreise, Bürokratie und Steuern stark belastet gewesen. „Die zuletzt massiv gestiegenen Energie- und Rohstoffpreise sind für viele Betriebe der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt.“ Für 70 Prozent sind diese Preise aktuell das größte Geschäftsrisiko.Nur 23 Prozent der Unternehmen planen, mehr zu investieren. Ein Drittel will hier hingegen reduzieren. Wenn investiert wird, dann in den Erhalt bestehender Anlagen. Die Erweiterungsinvestitionen liegen laut DIHK auf einem Tief, das zuletzt während der Finanzkrise 2008/2009 gemessen wurde. Daniel Zwick ist Wirtschaftsredakteur in Berlin und berichtet für WELT über Wirtschafts- und Energiepolitik, Digitalisierung und Staatsmodernisierung.