Die Folgen des Irankriegs bekommen deutsche Unternehmer laut einer DIHK-Umfrage deutlich zu spüren: Die Geschäfte verteuern sich, die erhoffte Erholung wird weiter ausgebremst. Viele Betriebe blickten skeptisch nach vorn, hielten sich bei Investitionen zurück und strichen Jobs, heißt es zu der Konjunkturumfrage der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) unter rund 23.000 Firmen.

»Schon vor der aktuellen Krise waren die Unternehmen ‌durch hohe Arbeitskosten, Energiepreise, Bürokratie und Steuern stark belastet«, sagt DIHK-Hauptgeschäftsführerin Helena Melnikov. »Die zuletzt massiv gestiegenen Energie- und Rohstoffpreise sind für viele Betriebe der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt.«Kurz nach Kriegsbeginn kam es demnach nicht nur zu Preissprüngen bei Öl, Gas und Benzin, sondern auch bei Baumaterialien und Kunststoffen. »Der Kostendruck zieht sich inzwischen durch nahezu alle Wirtschaftszweige«, berichtet Melnikov. »Viele Unternehmen können diese Belastung nicht mehr stemmen.« Etwa 70 Prozent der Firmen ​nennen als größtes Geschäftsrisiko Energie- und Rohstoffpreise - zu Jahresbeginn waren es nur 48 Prozent.

Unternehmer: Lage so schlecht wie während der Pandemie»Wir stecken in einer Doppelkrise«, erklärte Melnikov. »Zu den Strukturproblemen in Deutschland ⁠kommen die wirtschaftlichen Folgen ⁠des Krieges im Nahen Osten hinzu – geschwächt durch drei Jahre Rezession und Stagnation fühlen sich viele an ihrer Belastungsgrenze.« Die Unternehmen bewerten ihre Geschäftslage so negativ wie zuletzt in der Coronapandemie: Mehr als jedes vierte Unternehmen bezeichnet seine Lage als schlecht, nur ‌23 Prozent als gut. Besonders angespannt ist die Situation im Handel: Hier ist laut DIHK ​für 35 Prozent die ‌Lage schlecht.