»Arbeit macht frei«: Ein 33-Jähriger aus Niederbayern soll einen selbst gebauten Torbogen mit dem bekannten Schriftzug des Vernichtungslagers Auschwitz vor einem Finanzamt in Eggenfelden aufgestellt haben. Nachdem die Konstruktion entfernt worden war, legte der Mann offenbar nach und stellte eine Holzskulptur in Ofenoptik im Eingangsbereich des Amtes ab. Davon gehen die Ermittler aus, die die beiden Fälle nun untersuchen.

Es gebe den dringenden Tatverdacht des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen und Volksverhetzung, bestätigte ein Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft München. Der 33-Jährige sitzt nun in Untersuchungshaft.Verdächtiger hatte offenbar SteuerschuldenWie die »Bild« berichtete, hatte der Mann hohe Steuerschulden, nachdem die Einnahmen seiner Werbeagentur vom Finanzamt geschätzt worden seien. Dabei habe er seit Jahren keine Umsätze mehr erwirtschaftet.

Der 33-Jährige hatte zuvor bereits eine Ersatzfreiheitsstrafe verbüßt, da er eine Geldstrafe wegen eines Verkehrsdelikts nicht bezahlt hatte. Nun sitzt er nach Auskunft des Sprechers der Generalstaatsanwaltschaft wegen der Vorwürfe in Eggenfelden aufgrund eines Haftbefehls des Amtsgerichts Landshut in Untersuchungshaft.»Zyklon B, SS-kaliert« auf einer KaminattrappeIm ersten Fall wird dem Mann vorgeworfen, Mitte März unmittelbar am Eingangsbereich des Finanzamtes in Eggenfelden im Landkreis Rottal-Inn einen Nachbau eines KZ-Torbogens aufgestellt zu haben. Das drei mal vier Meter große Konstrukt aus Holz war mit mehreren Hakenkreuzen sowie dem Schriftzug »Arbeit macht frei« versehen, der unter anderem über dem Tor des größten Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz angebracht war.