PfadnavigationHomeICONISTEssen & TrinkenRezeptJapanischer Staudenknöterich – So wird aus Unkraut ein feines GemüseVon Volker Hobl, Manfred KlimekStand: 07:28 UhrLesedauer: 3 MinutenVoller Geschmack und reizvolle KonsistenzenQuelle: Volker Hobl & Robin KranzDer Japanische Staudenknöterich gilt als invasive Plage und wird mit Dampf oder Strom bekämpft. Dabei liefern seine jungen Triebe ein erstaunlich feines Gemüse: kurz gebraten, mit Knoblauch, Sojasoße und frittiertem Ei entsteht ein schnelles Wohlfühlgericht.Um dem Japanischen Staudenknöterich Herr zu werden, der sich als invasive Art auf vielen Grünflächen breitmacht, kann man ihn mit sehr heißem Wasserdampf oder mit Starkstrom bekämpfen. Man kann ihn aber auch essen. Zur Vorbereitung empfiehlt sich regelmäßiges Abschneiden, wodurch die Pflanze an Kraft verliert und „verhungert“. Das hat den Nebeneffekt, dass der Knöterich immer wieder neue zarte Triebe entwickelt, die ein hervorragendes Gemüse abgeben. Ich nehme nur den oberen Teil der Triebe und das auch nur, solange sie sich leicht abbrechen lassen. Kurz in der heißen Pfanne gebraten und mit einem frittierten Ei garniert, wird aus dem vermeintlichen Unkraut ein schnelles vegetarisches Gericht voller Geschmack und mit reizvollen Konsistenzen. Lesen Sie auchDas sind die Zutaten:1 Tasse Basmatireis2 Handvoll junge Sprossen vom Japanischen Knöterich 1 Zehe KnoblauchLesen Sie auch2 Frühlingszwiebeln2 EL Fischsoße 1 EL Sojasoße 1 EL Sesamöl (aus geröstetem Sesam)Pflanzenöl2 Eier Crispy Chiliöl Und so wird es zubereitet:Den Reis in ein Sieb geben und mit kaltem Wasser abbrausen. Mit der anderthalbfachen Menge Wasser in einen Topf geben, salzen und zum Kochen bringen, dann den Topf mit einem Deckel verschließen und den Reis auf kleinster Flamme 15 bis 20 Minuten gar ziehen lassen. Den Japanischen Knöterich in reichlich Wasser gründlich waschen und anschließend auf einem Tuch abtropfen lassen. Den Knoblauch schälen und in dünne Scheiben schneiden. Die Frühlingszwiebeln von trockenen Teilen und den Wurzeln befreien und samt Schloten in schmale Röllchen schneiden.In einem Wok oder ersatzweise einer Pfanne so viel Öl erhitzen, dass die Eier darin schwimmen können, dann die Eier nacheinander frittieren. Das Eiweiß darf an den Rändern hellbraun und kross werden, das Eigelb sollte im Kern aber noch flüssig sein. Mit einer Schaumkelle aus dem Öl nehmen und auf einem Küchenkrepp abtropfen lassen. Den größten Teil des Fettes aus der Pfanne gießen und zuerst den geschnittenen Knoblauch hineingeben und kurz braten. Dann den Knöterich hinzufügen und kurz zusammenfallen lassen. Die Frühlingszwiebeln mit in die Pfanne geben, dann mit der Fisch- und der Sojasoße ablöschen, das Sesamöl darübergießen und sofort zusammen mit einem Ei auf dem Reis servieren. Nach Geschmack mit Crispy-Chiliöl beträufeln.Lesen Sie auchPasst perfektDer japanische Staudenknöterich, der grünem Spargel zum Verwechseln ähnlich sieht, gilt in Deutschland als invasive Pflanze – also als böse. Doch alles, was gut schmeckt, darf meiner Ansicht nach gerne invadieren. Irgendwie invasiv ist auch die Rebsorte Chasselas (Gutedel), die die Winzer am Genfer See als autochthon ansehen. Wie auch immer, ich habe den prächtigen Gutedel Ortswein 2024 vom auch architektonisch ansehnlichen Weingut Blankenhorn aus dem Markgräflerland gewählt. In der Nase sanft Mandarine, etwas gelbe Birne, gering Quitte und dann auch tragend Limette. Im Mund eine ganz wunderbar bekömmliche Säure, die den Wein die Kehle runterbringt, ohne je zu brennen. Für 13,50 Euro bei wirwinzer.deVolker Hobl ist Koch und Food­stylist. Manfred Klimek ist Autor, Weinkritiker und Fotograf.