Knapp 310.000 Menschen haben im Jahr 2025 die deutsche Staatsangehörigkeit erworben – ein Rekordwert für die letzten 30 Jahre. Allerdings gehen innerhalb der schwarz-roten Koalition die Bewertungen dieser Zahl weit auseinander.

Die Zahlen, die aus einer Recherche der Welt am Sonntag hervorgehen und auf Daten aus 14 Bundesländern basieren – Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt haben keine Angaben übermittelt –, haben das Potenzial, einen neuen Koalitionsstreit auszulösen. Innerhalb der SPD werden sie als Beleg gelungener Integration gewertet, während aus der Union Stimmen laut werden, die Handlungsbedarf sehen.

Ampelreform wirkt nach

In den vergangenen zwanzig Jahren pendelte die Zahl der jährlichen Einbürgerungen meist bei etwas über 100.000, bevor es in den letzten Jahren zu einem deutlichen Anstieg kam. Fest steht, dass ein klarer Trend vorliegt: 2022 waren es schon knapp 170.000 Einbürgerungen, 2023 bereits etwas über 200.000 und 2024 rund 290.000. Der Anstieg auf nun fast 310.000 setzt diesen Kurs fort. Dem historischen Höchststand nähert sich die Zahl damit merklich an: 1995 wurden in Deutschland 313.606 Menschen eingebürgert – damals vor allem Spätaussiedler, was eine Verzehnfachung gegenüber den Werten der 1980er-Jahre darstellte.