Bevor Edelstahl seinen Weg als stilvolles Einrichtungselement in Galerien und Läden fand, kannte man das Material eher aus Gastroküchen, Krankenhäusern und Fabriken. Der Ruf, kühl und steril zu sein, kommt also nicht von ungefähr. Dass sich dieses Image radikal ändern sollte, kündigte sich schon in den 1920er-Jahren an. Der von Bauhaus-Designer Marcel Breuer entworfene Wassily-Chair, bei dem Sitzfläche und Lehne aus Leder von nahtlos gebogenen Stahlrohren gehalten werden, markiert den Beginn modernen Möbeldesigns.

Wer nun nach den Ahnen aktuell angesagter Stahlmöbel sucht, stößt auch unweigerlich auf den Designer Joe D’Urso, der in den 70er- und 80er-Jahren den New Yorker „Hightech“- und Loftstil prägte. So brachte er industrielle Elemente wie Stahlblech und klares Glas ins Wohnzimmer und gestaltete unter anderem die Apartments von Calvin Klein. Einer seiner ikonischsten Entwürfe ist der nach ihm benannte Couchtisch für Knoll International: ein flacher Korpus aus bis zum Spiegelglanz poliertem Stahl auf Rollen, der optisch im Raum verschwindet.

Da die beige Ästhetik der letzten Jahre nun am Ausklingen ist, sehnen wir uns auch zu Hause wieder mehr nach Brüchen, Reibung und Charakter – da macht der Stahl eine ausnehmend gute Figur. Ob als glänzendes Detail auf dem Küchentisch, organisches Kunstobjekt an der Wand oder als minimalistischer Alleskönner neben dem Sofa: Wir präsentieren Ihnen die schönsten neuen Stücke aus Edelstahl.