Wie ein kleiner Sprengsatz landet der Satz des Architekten Pierre Jorge Gonzalez im Raum: „Wir haben sehr früh mit rohem Metall gearbeitet. Inzwischen ist es so sehr zum Trend geworden, dass es schon fast lächerlich geworden ist.“ Man könnte das für die Verzweiflung eines Architekten halten, der es leid ist, dass alle anderen seinen Look kopieren.

Tatsächlich ist es etwas anderes: ein Stück Berliner Stilgeschichte. Das Berliner Studio Gonzalez Haase AAS ist für seinen Umgang mit Metall mittlerweile so bekannt, dass es die naheliegende Wahl für die Gestaltung der „Bauhaus Dessau 100“-Ausstellung zu ebenjenem Werkstoff war. Man könnte sagen, dass Judith Haase und Pierre Jorge Gonzalez mit ihrem Stil, den sie seit 25 Jahren beibehalten haben, der Inbegriff für den „Berlin Style“ sind.

Zwischen Galerie und Altar: der Murkudis-Store in Berlin huldigt der Mode.

© Thomas Meyer

Judith Haase, gebürtige Bremerin, kam zum Studium an die Hochschule der Künste nach West-Berlin, „als die Mauer noch stand“. In New York lernte sie den Szenografen Pierre Jorge Gonzalez kennen, 1999 zogen beide gemeinsam zurück in die deutsche Hauptstadt: „Architektur, Textil, Bühne, Möbel, Theater – alles griff ineinander. So haben wir uns gefunden, Szenografie und Architektur“, erzählt Haase. Dafür steht auch das Kürzel AAS: Atelier für Architektur und Szenografie.