Betonladung um Betonladung verschwindet der alte Alexanderplatz. Die neue Hochhauskulisse ist aus allen Richtungen zu sehen. Der Architekt Roland Korn, der mit seinen Bauten das Gesicht des Alexanderplatzes beim sozialistischen Nachkriegsaufbau geprägt hat, beobachtet die „massive Veränderung“ und sagt: „Das macht mich traurig.“
Der heute 96-Jährige hat das elegante Hotel Stadt Berlin, (inzwischen Park Inn mit Glas- statt Metallfassade) entworfen. Es dominierte mit 125 Metern Höhe seit 1970 den Platz. Auch das Haus des Reisens mit seinen markanten wellenförmigen Dachelementen, in denen manche auch eine Bugreihe von Wikingerschiffen erkennen, geht zurück auf Roland Korn, der 1973 zum Chefarchitekten von Ost-Berlin ernannt wurde.
Nichts passt zum Vorhandenen
Dabei kann der gebürtige Saalfelder froh sein, dass es seine Bauten, herausragende Vertreter der Ost-Moderne, überhaupt noch gibt. Die Mitte der 1990er-Jahre für die Neugestaltung des Alexanderplatzes aufgelegten Pläne hatten Manhattan nacheifern wollen. Sie sahen den Abriss von Hotel wie Haus des Reisens vor und deren Ersatz durch neue Hochhäuser. Also eine Tilgung der Jahrzehnte des Aufbaus unter sozialistischem Vorzeichen.
Heute stehen Roland Korns Gebäude unter Denkmalschutz, auch sein inzwischen als Hochschule genutztes ehemalige Staatsratsgebäude. Allerdings bedrängt die am Alex aufschießende massive Konkurrenz das Hotel wie auch das Haus des Reisens. Im Prinzip hat der Architekt nichts gegen Neues. Im Gespräch mit der Berliner Zeitung sagt er, man habe damals eben nach dem Gedankengut jener Zeit gebaut, es sei aber „klar, dass sich das verändert“, dass mehr Hochhäuser entstehen würden.







