Die alte Dame ist 80 Jahre alt, aus dem Allgäu ist sie den weiten Weg nach Brünn gefahren, in die Heimat ihrer Eltern und die Gegend, in der sie geboren und aus der sie als Wickelkind mit Mutter und Großmutter vertrieben wurde. Nun steht sie am Sonntagmittag in einer großen Messehalle, gerade hat Bayerns Ministerpräsident Markus Söder von einem „historischen Ereignis“ gesprochen. Denn erstmals in 76 Jahren findet die Versammlung der Sudetendeutschen in Tschechien statt – seit es diese jährlichen Pfingsttreffen der aus Böhmen und Mähren Vertriebenen gibt. „Ich dachte, ich kann keinem Tschechen die Hand geben“, sagt die Frau unter Tränen. Nach allem, was die ihrer Mutter und Großmutter auf der Flucht und mit der Vertreibung aus der Heimat angetan hätten. „Aber ich musste niemandem die Hand geben – sie haben mich einfach umarmt.“
Sudetendeutscher Tag in Brünn: Versöhnung und Konflikte
Erstmals findet der Sudetendeutsche Tag in Tschechien statt, in Brünn. Das Pfingsttreffen ist geprägt von Versöhnung zwischen Sudetendeutschen und Tschechen. Trotz Gegen-Demonstrationen zeigen sich viele Teilnehmer emotional bewegt und offen für Begegnung.













