Neulich wurde im Fernsehen der Berliner Finanzsenator gefragt, wie er es denn unter einen Hut bringe, überall knallhart sparen zu müssen, in Doppelfunktion als neuer Kultursenator aber ganz speziell die Kultur zu fördern und vor Spareingriffen zu schützen. Mich hätte eine leidenschaftliche Antwort interessiert, die die ganze schizophrene Lage erfasst.

Aber die Antwort plätscherte glatt dahin. Das Gute sei, dass der Senat „immer mit einer Stimme“ spreche, es werde schon „in gutem Einvernehmen funktionieren“; hier gelte es jetzt, „an einem Strang zu ziehen und das Beste aus den vorhandenen Möglichkeiten zu machen“. Nach dem Interview wusste man gar nicht, was der Mann wirklich gesagt hatte. Er hatte vor allem Floskeln abgespult.

Harmsens Welt

Schäflein, Scherflein, Wehmut und Wermut: Wie wir alte Sprichwörter vermanschen

Sind Politiker eigentlich privat auch so? Zum Beispiel, wenn die Partnerin kommt und fragt: „Liebst du mich?“ – Setzen sie sich dann hin und geben ein aalglattes Phrasen-Statement ab?