Bei israelischen Angriffen im Südlibanon sind nach Angaben des libanesischen Gesundheitsministeriums binnen 24 Stunden sechs Sanitäter getötet worden. Das Ministerium verurteilte die Vorfälle am Freitag ​als Verletzung des Völkerrechts. Insgesamt habe es zehn Todesopfer gegeben, unter denen auch ein Mädchen sei, hieß es weiter. Einer der getöteten Retter habe auch als freiberuflicher Fotograf gearbeitet, vier Einsatzkräfte hätten der proiranischen Hisbollah angehört.

Die israelische Armee erklärte ihrerseits am frühen Morgen, bei einem Angriff im Südlibanon nahe der Grenze zu Israel zwei Männer getötet zu haben. Es habe sich um »bewaffnete Personen« gehandelt, die sich »verdächtig wenige Hundert Meter vom israelischen Staatsgebiet entfernt bewegten«, erklärte die Armee auf Telegram.Die Hisbollah gab ihrerseits bekannt, israelische Truppen und Stellungen auf libanesischem Gebiet sowie nahe der Grenze im Norden Israels angegriffen zu haben.

Immer wieder Angriffe auf KlinikenDas libanesische Gesundheitsministerium veröffentlichte ein Video aus Deir Kanun en-Nahr. Darin sind zwei Männer in gelben Westen ‌am Straßenrand zu sehen, die sich um eine Person kümmern. Als ​sich ein Krankenwagen ‌nähert, gibt es einen Blitz und eine laute Explosion, woraufhin die Männer am Boden liegen.Deir Kanun en-Nahr war in dieser Woche von einem Luftangriff getroffen worden, bei dem 14 Menschen starben. Dies war der tödlichste einzelne Angriff seit der Ankündigung einer ‌brüchigen Waffenruhe im April. Seit dem 2. März, als die Hisbollah Israel beschoss und damit einen neuen Krieg auslöste, sind im Libanon mehr als 3100 Menschen getötet worden. Darunter ‌befinden sich Angaben des Ministeriums vom Freitag ​zufolge 123 Sanitäter, mehr als 210 Kinder ‌und fast 300 Frauen. Israel meldete für denselben Zeitraum seit Anfang März den Tod von 22 Soldaten.