Nach einer Gasexplosion ereignet sich das möglicherweise tödlichste Minenunglück Chinas seit über einem Jahrzehnt. Die Rettungsarbeiten halten weiter an.23.05.2026, 10.23 Uhr2 LeseminutenAktualisiertDie Rettungsarbeiten am Unglücksort laufen seit über 20 Stunden.cnsphoto / cnsphoto(dpa) Es ist das wohl verheerendstes Minenunglück in China seit über einem Jahrzehnt: Nach einer Gasexplosion in einer Kohlemine in der nordchinesischen Provinz Shanxi sind laut chinesischen Staatsmedien mindestens 90 Personen gestorben. Ob nach wie vor weitere Personen in dem Kohlebergwerk eingeschlossen sind, ist bisher unklar. Möglicherweise könnte sich die Anzahl an Toten erneut erhöhen.Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Die Rettungsarbeiten laufen auch über 20 Stunden nach der Gasexplosion weiter unter Hochdruck. Laut Angaben chinesischer Staatsmedien sollen rund 750 Einsatzkräfte mobilisiert worden sein. Die Verletzungen der meisten Patienten, die derzeit in den umliegenden Krankenhäusern behandelt werden, seien durch Giftgase verursacht worden.Xi Jinping fordert Untersuchung der UnfallursacheTatsächlich bleiben weiterhin viele Fragen rund um das Unglück offen. Am Samstagmorgen hiess es zunächst, dass insgesamt 201 Personen aus der Mine geborgen wurden, darunter acht Tote. Warum die Todeszahl derart schlagartig nach oben korrigiert wurde, ist bislang unklar.Chinas Staatschef Xi Jinping forderte unterdessen eine gründliche Untersuchung der Unfallursache. Verantwortliche müssten gemäss den gesetzlichen Vorschriften zur Rechenschaft gezogen werden, sagte Xi laut staatlicher Nachrichtenagentur Xinhua. Ministerpräsident Li Qiang kündigte zudem eine verstärkte landesweite Aufsicht über die Arbeitssicherheit sowie Sicherheitsüberprüfungen an. Nach jetzigem Kenntnisstand sind zwei Personen von den Behörden in Gewahrsam genommen worden, darunter der Minenbetreiber.Unglück passierte während SchichtwechselDas Unglück hat sich bereits am Freitagabend in einem Bergwerk im Landkreis Qinyuan ereignet, wie Chinas staatliche Agentur Xinhua berichtete. Während der Explosion sollen sich nach derzeitigem Erkenntnisstand 247 Personen unter Tage befunden haben. Laut chinesischen Berichten sei die Mine im Dreischichtsystem betrieben worden, wobei sich das Unglück während eines Schichtwechsels zugetragen habe.Die Mine besteht laut chinesischen Berichten aus insgesamt sechs Schächten und verfügt über eine Produktionskapazität von 1,2 Millionen Tonnen pro Jahr. Sie wurde laut der Staatszeitung «The Paper» von den örtlichen Behörden als Mine mit «hoher Gasbelastung» eingestuft. Damit ist offenbar ein hoher Gehalt an leicht entzündlichem Methan gemeint, das sich in Kohleminen ansammeln kann. Ob die Einstufung der Behörden konkrete Sicherheitsauflagen zur Folge hatte, ist unklar.Das Unglück ereignete sich im Bergwerk Liushenyu im nordchinesischen Landkreis Qinyuan.China DailyDie Provinz Shanxi gilt als einer der Zentren für die chinesische Kohleindustrie. Auch wenn China in den letzten Jahren verstärkt auf erneuerbare Energien setzt, deckt Kohle nach wie vor etwas mehr als die Hälfte des Gesamtenergieverbrauchs des Landes.Die Kohleindustrie in Shanxi ist für ihre mangelhaften Sicherheitsstandards berüchtigt. In der Vergangenheit kam es in China immer wieder zu schwerwiegenden Unfällen mit vielen Toten, auch wenn sich die Umsetzung der Sicherheitsstandards in den letzten Jahren spürbar verbessert hat.Das letzte grössere Minenunglück in China ereignete sich Anfang 2023. Beim Einsturz einer Mine in der Inneren Mongolei kamen laut Angaben chinesischer Staatsmedien 53 Personen ums Leben. Die Zentralregierung in Peking führte daraufhin strengere Sicherheitsauflagen für den Kohlebergbau ein.
Mindestens 90 Personen sterben bei Minenunglück in China
Nach einer Gasexplosion ereignet sich das möglicherweise tödlichste Minenunglück Chinas seit über einem Jahrzehnt. Die Rettungsarbeiten halten weiter an.











