Stand: 23.05.2026 • 08:48 Uhr
Die Gegend um die italienische Stadt Acerra wird "Land der Feuer" genannt. Seit Jahrzehnten leidet sie unter Giftmüll der Mafia. Betroffene kämpfen gegen Krebs, Angst und Behördenversagen. Heute will der Papst sich mit ihnen treffen.
Alessandro Cannavacciuolo und Michele Pannella sitzen in einem Kleinwagen und biegen auf einen Feldweg ab. Die beiden sind ein wenig nervös. Es könne sein, dass, wenn jemand Verdächtiges kommt, sie sofort wieder gehen müssen, warnen sie.
Auf der linken Seite des Wegs türmt sich der Müll: Kleidung, ein Kühlschrank, Autoreifen. Auf dem Feld direkt daneben wird Knoblauch angebaut, im Hintergrund ragt der Vesuv empor. Doch Cannavacciuolo und Pannella sind nicht allein wegen des Mülls am Straßenrand hier, sondern vor allem wegen des großen, dicht bewachsenen Hügels auf der anderen Straßenseite.
"Das ist ein symbolischer Ort, denn das hier wurde von den 1970er- bis wahrscheinlich in die 1990er-Jahre als Deponie nicht nur für Haus-, sondern auch für Sondermüll genutzt", erklärt Cannavacciuolo. Niemand weiß, welche Altlasten hier genau unter dem Grün liegen. Die Sondermülldeponie war illegal und ist nur eine von vielen in der Gegend um die Stadt Acerra, die in der Nähe Neapels liegt.










