Papst Leo hat Unternehmen kritisiert, die mit illegaler Müllentsorgung die Umwelt verseuchen und ​damit »schwindelerregende« Gewinne machen. Leo rief am Samstag in der Stadt Acerra nahe ‌Neapel dazu auf, der Versuchung von Macht und Reichtum zu widerstehen, wenn diese mit der Verschmutzung von Land, Wasser und Luft einhergehe.

Er wolle in der als »Feuerland« bekannten Region die Tränen ​der Familien sammeln, deren Angehörige durch Umweltverschmutzung gestorben seien, sagte das Oberhaupt der ⁠katholischen ⁠Kirche. Skrupellose Menschen und Organisationen hätten zu lange ungestraft handeln können.Die Abfallentsorgung in Süditalien lag jahrelang weitgehend in den Händen privater ‌Betreiber, die Verbindungen zur neapolitanischen Mafia-Organisation Camorra ​hatten. Der Europäische ‌Gerichtshof für Menschenrechte hatte 2025 geurteilt, dass die italienischen Behörden seit mindestens 1988 unzureichend gegen die illegale Müllentsorgung in der Region vorgegangen seien. Wegen der ungewöhnlich ‌hohen Krebsraten unter den Anwohnern wird das Gebiet auch als »Todesdreieck« bezeichnet.