Die EU und Mexiko haben ein lange auf Eis liegendes Freihandelsabkommen unterzeichnet, um ihre Abhängigkeit von den USA zu verringern und sich gegen mögliche Zölle von US-Präsident Donald Trump abzusichern. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sagte auf einer Pressekonferenz in Mexiko-Stadt: „Das Ziel ist einfach: Wir wollen mehr Arbeitsplätze und mehr Wertschöpfung auf beiden Seiten des Atlantiks schaffen“ und: „Dieses Abkommen verleiht uns Flügel.“Der Vertrag erweitert das Abkommen von 2000, das vor allem Industriegüter betraf, und umfasst nun auch Dienstleistungen, öffentliches Beschaffungswesen, digitalen Handel, Investitionen und Agrarprodukte. Mexikos Präsidentin Claudia Sheinbaum spricht von „enormen Chancen“ für diverse Branchen, etwa Pharma, Landwirtschaft, Technologie und Elektromobilität. EU-Ratspräsident António Costa nennt den Deal „ein echtes geopolitisches Statement“.Das Abkommen sieht zollfreien Zugang für fast alle Waren vor – etwa für mexikanisches Hühnerfleisch und Spargel sowie europäisches Milchpulver, Käse und Schweinefleisch, teils mit Kontingenten. Mexiko erwartet laut Wirtschaftsministerium, die Exporte in die EU könnten von derzeit rund 24 Milliarden Dollar pro Jahr auf 36 Milliarden Dollar bis 2030 steigen. Der Vertrag muss noch vom Europäischen Parlament gebilligt werden. Das wird binnen weniger Monate erwartet.