Virus-Ausbruch : 177 Tote und mehr als 750 Ebola-Verdachtsfälle in Kongo22.05.2026, 14:47Lesezeit: 2 Min.Laut Angaben der WHO sind die Ebola-Fallzahlen in der Demokratischen Republik Kongo abermals angestiegen. In der Stadt Rwampara setzten Demonstranten Zelte zur Behandlung von Ebola-Patienten in Brand.Bei dem Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo steigen die Fallzahlen weiter an. Mittlerweile gibt es nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) fast 750 Verdachtsfälle und 177 mutmaßliche Todesfälle in dem zentralafrikanischen Land. Es gebe zwar Fortschritte bei Überwachungsmaßnahmen und Labortests, schrieb WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus auf X. Doch Gewalt und Unsicherheit behinderten die Bekämpfung der Epidemie.82 Infektionen und 7 Todesfälle wurden laut Tedros im Labor bestätigt. Die WHO geht davon aus, dass die tatsächliche Zahl der Infektionen deutlich höher liegt, weil nicht alle Krankheitsfälle registriert und gemeldet werden. Im Nachbarland Uganda seien bis auf zwei bekannte Infektionen bislang keine weiteren neuen Fälle gemeldet worden, hieß es weiter.Der Ebola-Ausbruch begann laut der afrikanischen Gesundheitsbehörde Africa CDC in der Demokratischen Republik Kongo in der nordöstlichen Provinz Ituri, die an Uganda und Südsudan grenzt. Es handelt sich um den insgesamt 17. registrierten Ebola-Ausbruch in Kongo seit 1976. Der Ausbruch des seltenen Bundibugyo-Typs des Ebolavirus, gegen den es weder einen Impfstoff noch eine Therapie gibt, macht die Lage besonders schwierig.Streit um Leiche eines FußballspielersDie Leichen von Ebola-Opfern sind hochgradig ansteckend. Unsichere Bestattungen, bei denen Angehörige die Toten ohne Schutzausrüstung berühren, gelten als einer der Haupttreiber für die Ausbreitung des Virus. In Kongo kam es im Streit um die Leiche eines mutmaßlich an dem Virus gestorbenen ⁠lokalen Fußballspielers zu Ausschreitungen, bei denen Demonstranten Zelte zur Behandlung von Ebola-Patienten in Brand setzten.Die Polizei feuerte in der Stadt Rwampara in der Provinz Ituri Warnschüsse ab und setzte Tränengas ein, um die Menge zu zerstreuen. Die Familie des Spielers hatte eine sichere Bestattung abgelehnt ‌und die Herausgabe der Leiche gefordert. Die Mutter sagte, sie glaube, dass ihr Sohn an Typhus und nicht an Ebola gestorben sei. Die Behörden beerdigten den Mann jedoch in der Nacht ‌zum Freitag gegen den Willen ‌der Angehörigen.Bei den Ausschreitungen in Rwampara brannten zwei Zelte mit acht Betten vollständig nieder. Auch eine Leiche, die an dem Tag beerdigt werden sollte, verbrannte. Sechs ⁠Patienten, die dort behandelt ⁠wurden, konnten in Sicherheit gebracht werden und werden nun im Krankenhaus versorgt. Die Behörden suchen einem örtlichen ⁠Vertreter zufolge nach Kontaktpersonen ⁠und möglicherweise geflohenen Patienten.Bereits bei früheren Ebola-Ausbrüchen in Kongo hatten Misstrauen und Desinformation die Eindämmung erschwert. Zwischen 2018 und ‌2020 wurden Hunderte Gesundheitszentren angegriffen, damals starben fast 2300 Menschen. Wegen der aktuellen Krise hat die kongolesische Fußballnationalmannschaft ihre Vorbereitungen für die Weltmeisterschaft nach Belgien verlegt.