In der Demokratischen Republik Kongo haben Demonstranten Zelte zur Behandlung von Ebola-Patienten in Brand gesetzt. Auslöser war ein Streit um die Leiche eines mutmaßlich an dem Virus gestorbenen ⁠lokalen Fußballspielers. Die Polizei feuerte in der Stadt Rwampara in der Provinz Ituri Warnschüsse ab und setzte Tränengas ein, um die Menge zu zerstreuen. Die Familie des Spielers hatte eine sichere Bestattung abgelehnt ‌und die Herausgabe der Leiche gefordert. Die Mutter sagte, sie glaube, dass ihr Sohn an Typhus und nicht an Ebola gestorben sei. Die Behörden beerdigten den Mann jedoch in der Nacht ‌zum Freitag gegen den Willen ‌der Angehörigen.Leichen von Ebola-Opfern sind hochgradig ansteckend. Unsichere Bestattungen, bei denen Angehörige die Toten ohne Schutzausrüstung berühren, gelten als einer der Haupttreiber für die Ausbreitung des Virus. Der aktuelle Ausbruch wird durch den Bundibugyo-Stamm verursacht, für den es keinen zugelassenen Impfstoff gibt. Fachleute gehen davon ⁠aus, dass die Krankheit etwa zwei Monate lang unbemerkt in der kongolesischen Provinz Ituri kursierte. Der Ausbruch hat nach bisherigen Erkenntnissen zu 160 mutmaßlichen Todesfällen bei 670 Verdachtsfällen geführt. Die Vereinten Nationen stellen nun rund 60 Millionen Dollar aus einem Notfallfonds bereit ⁠und entsenden ‌zusätzliches Personal, wie UN-Nothilfechef Tom Fletcher auf der Plattform X mitteilte.Bei den Ausschreitungen in Rwampara brannten zwei Zelte mit acht Betten vollständig nieder. Auch eine Leiche, die an dem Tag beerdigt werden sollte, verbrannte. Sechs ⁠Patienten, die dort behandelt ⁠wurden, konnten in Sicherheit gebracht werden und werden nun im Krankenhaus versorgt. Die Behörden suchen einem örtlichen ⁠Vertreter zufolge nach Kontaktpersonen ⁠und möglicherweise geflohenen Patienten. Bereits bei früheren Ebola-Ausbrüchen in Kongo hatten Misstrauen und Desinformation die Eindämmung erschwert. Zwischen 2018 und ‌2020 wurden Hunderte Gesundheitszentren angegriffen, damals starben fast 2300 Menschen. Wegen der aktuellen Krise hat die kongolesische Fußballnationalmannschaft ihre Vorbereitungen für die Weltmeisterschaft nach Belgien verlegt.