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Die Macht in deutschen Kliniken liegt oft bei Männern – und sie wird missbraucht. Besonders häufig leiden darunter Medizinstudentinnen und Ärztinnen. Die Psychologin Marie Ritter erforscht, warum ausgerechnet männliche Verbündete helfen könnten.

ZEIT: Auf dem Ärztetag in Hannover haben Frauen unangebrachte Kommentare und Einladungen angeprangert. Hat Sie das überrascht?

Marie Ritter: Ich wünschte, es wäre so. Die Vorfälle, die die Medizinstudentinnen beschreiben, sind ja leider nichts Neues. Sie ähneln den Erzählungen, die wir auch in unserer Forschung mit Medizinstudentinnen immer wieder gehört haben. Leider scheinen Frauen im medizinischen Bereich weder an ihrem Arbeitsort noch auf einer öffentlichen Veranstaltung davor geschützt zu sein, solche Erfahrungen machen zu müssen. Es macht mich betroffen, dass sich daran immer noch nichts geändert hat. Positiv überrascht hat mich nur, dass die jungen Frauen den Mut gefunden haben, dieses Unrecht auf großer Bühne kundzutun. Das ist ein Fortschritt.