PfadnavigationHomeRegionalesHamburgWohnungsbaukriseHamburgs Bauzahlen stark gesunken – „Ein Schlag ins Kontor“ für den WohnungsmarktStand: 11:19 UhrLesedauer: 3 MinutenIn Hamburg sind im Jahr 2025 weniger als 6000 Wohnungen fertig geworden. Das sind 40 Prozent weniger als die Stadt gebraucht hätte.Quelle: Christian Charisius/dpa/dpa-tmnWeniger Neubau, wachsender Druck: In Hamburg wurden 2025 nur noch 5976 Wohnungen fertiggestellt – ein Minus von 28 Prozent. Die Baukrise zeigt ihre Wirkung. Der Mieterverein warnt vor dramatischen Folgen und fordert mehr staatlichen Wohnungsbau.Die schwachen Genehmigungszahlen der vergangenen Jahre deuteten es bereits an – nun wird die Lücke sichtbar. Der Wohnungsbau in Hamburg ist im vergangenen Jahr deutlich eingebrochen. Wie das Statistikamt Nord mitteilte, wurden 2025 insgesamt 5976 Wohnungen fertiggestellt – 2343 weniger als im Vorjahr, ein Rückgang um 28 Prozent. Damit bleibt die Hansestadt erneut klar unter dem selbst gesteckten Ziel von jährlich 10.000 neuen Wohnungen.Auch die neu geschaffene Wohnfläche ging spürbar zurück. Insgesamt entstanden rund 440.100 Quadratmeter, rund 23 Prozent weniger als 2024. Der Großteil der Wohnungen wurde laut Statistik weiterhin im Geschosswohnungsbau errichtet: 87 Prozent der Neubauten befinden sich in Gebäuden mit mindestens drei Wohneinheiten, während Ein- und Zweifamilienhäuser nur eine geringe Rolle spielen. Zugleich werden die Wohnungen im Schnitt größer – die durchschnittliche Wohnungsgröße stieg auf gut 73 Quadratmeter.Lesen Sie auchDie aktuellen Zahlen gelten als Folge der Bau- und Immobilienkrise der vergangenen Jahre. Stadtentwicklungssenatorin Karen Pein (SPD) ordnet den Rückgang entsprechend ein: „Die aktuellen Fertigstellungszahlen sind kein Ausdruck fehlender Nachfrage, sondern die erwarteten Spätauswirkungen einer massiven Bau- und Immobilienkrise mit explodierenden Kosten, hohen Zinsen und schwierigen Finanzierungsbedingungen.“ Der Einbruch bei den Baugenehmigungen im Jahr 2023 wirke sich nun zeitversetzt aus.Eine Krise lässt sich nicht von heute auf morgen überwindenGleichzeitig sieht der Senat erste Anzeichen einer Erholung. 2025 wurden wieder deutlich mehr Wohnungen genehmigt, insgesamt 6676. Auch im laufenden Jahr steigen die Zahlen weiter, laut Senat im ersten Quartal um etwa 82 Prozent im Vergleich zu 2025. Pein spricht von einer Wirkung der politischen Maßnahmen. Sie führt das auf drei zentrale Hebel zurück: eine ausgeweitete Förderung über die städtische Investitions- und Förderbank, vereinfachte Baustandards im sogenannten Hamburg-Standard sowie beschleunigte Genehmigungen. „Die deutlich steigenden Genehmigungszahlen zeigen, dass diese Strategie wirkt.“ Dennoch warnt sie vor zu großen Erwartungen: „Klar ist aber auch: Eine Krise lässt sich nicht von heute auf morgen überwinden.“Lesen Sie auchKritik kommt vom Mieterverein zu Hamburg, der die Entwicklung als alarmierend bezeichnet. Besonders der Rückgang bei geförderten Wohnungen verschärfe die Lage. 2025 wurden 1953 Sozialwohnungen fertiggestellt – rund 300 weniger als im Jahr zuvor. „Dieser massive Rückgang ist ein Schlag ins Kontor und sollte alle, die in Hamburg für bezahlbaren Wohnraum kämpfen, alarmieren“, sagte der Vorsitzende des Mietervereins, Rolf Bosse.Die Neubauzahlen reichten bei weitem nicht aus, um den Bedarf zu decken. „Die aktuellen Neubauzahlen reichen bei weitem nicht aus, um den großen Bedarf an Wohnraum in Hamburg zu decken, von bezahlbarem Wohnraum ganz zu schweigen“, so Bosse. Besonders angespannt ist der Markt für Sozialwohnungen: Hunderttausende Haushalte haben Anspruch auf eine geförderte Wohnung, während das Angebot weiter sinkt.Bosse stellt die Hoffnung auf eine schnelle Entspannung grundsätzlich infrage. „Mithilfe der Regeln des Marktes lässt sich der Bedarf jedenfalls nicht decken. Ebenso wenig mit steigenden Genehmigungszahlen“, sagte er. Stattdessen fordert er ein Umsteuern der Politik: „Gerade deshalb brauchen wir deutlich mehr kommunalen und gemeinwohlorientierten Wohnungsbau.“Ein Blick auf den sogenannten Bauüberhang zeigt zudem, dass viele Projekte zwar genehmigt, aber noch nicht umgesetzt sind. Ende 2025 befanden sich mehr als 20.000 Wohnungen in diesem Stadium, ein erheblicher Teil davon war noch nicht begonnen.juve
Wohnungsbaukrise: Hamburgs Bauzahlen stark gesunken – „Ein Schlag ins Kontor“ für den Wohnungsmarkt - WELT
Weniger Neubau, wachsender Druck: In Hamburg wurden 2025 nur noch 5976 Wohnungen fertiggestellt – ein Minus von 28 Prozent. Die Baukrise zeigt ihre Wirkung. Der Mieterverein warnt vor dramatischen Folgen und fordert mehr staatlichen Wohnungsbau.














