Michael Lüders, der Berliner Spitzenkandidat des BSW, bezeichnet die kursierenden Überlegungen zu einer Anhebung des Rentenalters auf 70 Jahre als Angriff auf breite Bevölkerungsschichten. „Noch wird dementiert, aber alles deutet darauf hin, dass die Rentenkommission Ende Juni vorschlagen wird, das Renteneintrittsalter auf 70 Jahre anzuheben und das Rentenniveau noch weiter abzusenken“, sagte Lüders dieser Zeitung. Sollte die Bundesregierung diese Pläne wie angekündigt umsetzen, wäre das seiner Einschätzung nach „ein himmelschreiender Skandal mit einer faktischen Rentenkürzung von rund zehn Prozent“, so der BSW-Politiker weiter.

Hintergrund ist ein Bericht der Bild-Zeitung über mögliche Empfehlungen der Rentenkommission, die Ende Juni ihre Vorschläge vorlegen soll. Demnach wird in Berlin bereits darüber spekuliert, ob das Renteneintrittsalter schrittweise von 67 auf 70 Jahre steigen und das Rentenniveau nach 2031 weiter sinken könnte. Vertreter der Kommission und der Bundesregierung haben entsprechende Festlegungen bislang zurückgewiesen.

Lebensfremd und nicht alltagstauglich

Besonders eindringlich fällt Lüders’ Einschätzung der Folgen für Menschen mit kleinen und mittleren Renten aus. „Die meisten Berliner Rentner haben nichts als die gesetzliche Rente. Wird das Rentenniveau weiter gesenkt, ist noch mehr Altersarmut vorprogrammiert“, sagte er unserer Redaktion. „Flaschensammelnde Rentner gehören traurigerweise heute schon vielfach zum Berliner Stadtbild. Mit diesen Rentenplänen werden noch mehr Menschen auf die Tafel angewiesen sein“, so Lüders.