Es gibt Menschen, die aussehen, als hätten sie sich selbst erfunden. Nicht im Sinne einer Marke oder einer besonders gelungenen Selbsterzählung, sondern als hätten sie irgendwann beschlossen, dass sie in den bereits vorhandenen Kategorien für Menschen nicht vorkommen wollen und deshalb neue erfinden werden. Die australische Rockmusikerin Ecca Vandal ist so jemand. Vielleicht passt der Titel ihres neuen Albums deshalb so gut zu ihr: Looking for People to Unfollow klingt zunächst nach Social-Media-Müdigkeit, nach der Sehnsucht, sich vom digitalen Dauerrauschen abzustöpseln. Aber bei Ecca Vandal steckt mehr dahinter. Ihre Musik ist eine Absage an Erwartungen und Rollenbilder, an die Vorstellung auch als Frau, als Person of Color und als Künstlerin gefälligst les- und verortbar zu bleiben. Ecca Vandal möchte nicht gefallen. Und schon gar nicht erklären, wo die Wut und das Kompromisslose in ihrer Musik herkommen.
Ecca Vandal: Ein neuer Lieblingsstar für die Harten im Garten
Mit ihrem zweiten Album bringt Ecca Vandal frische Wut in die Rockmusik und feministische Theorie in die Halfpipe. So wird Literatur zu Hardcore-Punk.











