Subaru E-Outback: Die Stromer-Variante lässt den Verbrenner alt aussehenDer japanische Hersteller lanciert sein drittes batterieelektrisches Modell. Der E-Outback wird als geländegängiger Kombi das neue Flaggschiff des Allradpioniers.Simon Tottoli21.05.2026, 15.30 Uhr5 LeseminutenDer Outback mit Verbrennermotor ist sehr beliebt, er ist in Europa aber ein Auslaufmodell. Der E-Outback soll an den Erfolg anknüpfen.PDSubaru will das eine tun, ohne das andere zu lassen: In Europa sollen die wichtigsten Modelle mit Verbrennungsmotor zusätzlich ein elektrisches Pendant erhalten. So erhält nun auch der Crossover-Kombi Outback eine elektrische Variante. Er wird schlicht E-Outback heissen. Für die ersten Testfahrten mit Vorserienfahrzeugen auf abgesperrter Strecke steht auch ein «originaler» Outback zur Verfügung, um Parallelen zwischen den beiden Modellen aufzuzeigen.Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Outback und E-Outback ähneln sich auf den ersten Blick. Beide kombinieren auf rund 4,85 Metern Länge die zumindest in der Schweiz noch immer beliebte Kombiform mit etwas zusätzlicher Bodenfreiheit. Während der 1995 erstmals lancierte Outback (damals noch als Modellderivat des Legacy) ein Eigenprodukt von Subaru ist, basiert die Elektroversion auf einem Technikpaket von Toyota.Rund 4,85 Meter lang ist der E-Outback, die grosszügige Bodenfreiheit von 21,1 Zentimetern macht ihn zum Crossover.PDSchon die Modelle Solterra und Uncharted sind auf der Toyota-Plattform aufgebaut und laufen beim Partner Toyota vom Band. Den neuen E-Outback baut Subaru nun aber selbst und stellt parallel das Toyota-Schwestermodell bZ4X Touring her.Der Subaru-Stromer soll insbesondere neue Kunden in Europa finden, wo die Tage des Outback mit Verbrennungsmotor gezählt sind. Die Baureihe soll dem Hersteller helfen, ab 2031 einen globalen 50-Prozent-Elektroanteil bei den eigenen Neuwagenverkäufen zu erreichen.Er kombiniert Kombi und OffroaderAuf allen für den E-Outback vorgesehenen Märkten ist nur eine Antriebsvariante erhältlich. Sie verfügt an der Vorder- und Hinterachse je über einen Elektromotor mit 167 kW (224 PS) Leistung und 268 Nm Drehmoment. Als Systemleistung des Allradfahrzeugs werden 280 kW (375 PS) angegeben. Das ist ein Wert, den ein Outback bisher nicht erreichte. Er sorgt für entsprechend dynamische Fahrleistungen. Laut Werksangabe sprintet der E-Outback in 4,5 Sekunden von 0 auf 100 km/h – Rekord für einen Serien-Subaru.Im Alltag ist die Spitzenleistung des neuen Japaners nicht das Wichtigste – viel eher das Fahrwerk. Subaru hat es bei seinem Crossover nach eigenen Angaben zwar deutlich sportlicher abgestimmt als Toyota den bZ4X Touring, das Fahrverhalten ist aber auch im E-Outback eher komfortorientiert. Selbst über leichte Unebenheiten gleitet der Wagen gelassen hinweg.Das logisch bedienbare und übersichtliche Cockpit teilt sich der E-Outback zu weiten Teilen mit jenem seiner Elektrobrüder von Subaru und des Technikpartners Toyota.PDDank gut 21 Zentimetern Bodenfreiheit und verschiedenen Gelände-Fahrprogrammen kommt das Modell auf der Testfahrt beeindruckend souverän durch grobes Terrain. Dafür sorgt etwa der sogenannte «X-Mode», der sich auf «Snow/Dirt» oder «Deep Snow / Mud Mode» einstellen lässt. Ergänzt wird er durch «Grip Control», einen Modus, der das Drehmoment an die Fahrsituation anpasst. Dieser Offroad-Tempomat hält das Fahrzeug auf einer voreingestellten Geschwindigkeit von 2 bis 10 km/h – bergauf, bergab, in Schräglage, über Stock und Stein.Reichweite und Ladeleistung sind nur MittelmassDer E-Outback meistert solche Geländeübungen mit handelsüblichen Sommerreifen. Und selbst bei grösstem Verwindungspotenzial des Wagens ist im ansprechend eingerichteten Innenraum kein Knarzen oder Knarren von der Karosserie zu hören.Doch wie das Sprintvermögen dürften auch die Offroad-Talente im täglichen Einsatz selten zum Zug kommen. Letztlich wird ein E-Outback meistens auf normalen Strassen im normalen Verkehr unterwegs sein. Deshalb ist seine Federung noch straff genug, um beispielsweise übertriebenes Wanken bei zügiger Kurvenfahrt zu unterbinden.Subaru legt allgemein grossen Wert auf eine hohe Fahrstabilität, was sich auch bei der fünfstufig einstellbaren Rekuperation zeigt: Sie variiert den Bremseingriff zwischen Vorder- und Hinterachse automatisch so, dass die Karosserie möglichst immer waagrecht bleibt. Dieses Merkmal bietet in der Elektropalette der Marke nur der E-Outback, genau wie auch den Drehzahlausgleich zwischen den linken und rechten Rädern, durch den der Allradantrieb die Kraft präziser einsetzen kann.Dank zahlreichen Offroad-Fahrhilfen und einer äusserst verwindungssteifen Karosserie kommt der E-Outback auch durch gröberes Gelände.PDDie spurtreue Lenkung des E-Outback, die laut Subaru im Schnitt 25 Prozent weniger Korrektureingriffe als beim Solterra erfordert, rundet den positiven Fahreindruck auf fester Strasse ab. Sonst ist das Fahrverhalten der beiden Stromer wie auch des Modells Uncharted etwa vergleichbar.Das gilt auch für Reichweite und Ladeleistung: Der E-Outback soll mit seiner 74,7 kWh grossen Batterie nach WLTP-Messzyklus 526 Kilometer am Stück schaffen und lädt am Schnelllader mit maximal 150 Kilowatt Leistung. Dass er an der Wallbox mit Wechselstrom optional 22 kW statt der üblichen 11 kW ziehen kann, hat er manchem Konkurrenten voraus. Doch Reichweite und Ladeleistung bei Gleichstrom sind nur durchschnittlich und dürften im Winter trotz Vorkonditionierung der Batterie noch geringer ausfallen.Subaru beteuert indes, dass der E-Outback für Bedingungen in der Kälte bestens gewappnet sei, und unterstreicht die Wintertauglichkeit unter anderem mit einer beheizten Radareinheit, einem Waschsystem für die Rückfahrkamera und einer erweiterten Heizfläche für die Heckscheibe. Bei besonders widrigen Bedingungen sorgt eine digitale Innenspiegelfunktion für besseren Rückblick.Der Stromer ist dem Verbrennermodell deutlich überlegenOb solche Argumente Kunden zum Wechsel von einem aktuellen Outback zu einem E-Outback animieren können, ist fraglich. Doch wer auf den Stromer umsteigt, steigt auf: Im direkten Vergleich mit seinem Elektropendant wirkt der Outback wie ein behäbiger Dinosaurier. Mit 10,2 statt 4,5 Sekunden dauert der Sprint von 0 auf 100 km/h mehr als doppelt so lange wie beim E-Outback. Der 124 kW (169 PS) leistende und an das stufenlose Automatikgetriebe gekoppelte 2,5-Liter-Boxermotor wird zudem bei der Beschleunigung recht laut.Sehr gut: der riesige Kofferraum mit 633 Liter Volumen. Weniger gut: die maximale Schnellladeleistung von nur 150 kW.PDDer E-Outback ist dem Verbrenner-Outback auch bei den meisten anderen Kriterien überlegen. Etwa beim Platzangebot. Der Stromer hat bei fast gleicher Länge 10 Zentimeter mehr Radstand, wodurch nicht nur die Passagiere mehr Beinfreiheit erhalten. Zudem steht ein riesiger Kofferraum mit Extrafach fürs Ladekabel und praktischen Fixierungshaken zur Verfügung. Er bietet laut Subaru bei Vollbestuhlung bis zu 633 Liter Volumen – 80 Liter mehr als der Outback. Mit umgelegten Rücksitzen sind es bis zu 1718 Liter.Sieht man vom Treibstofftank ab, ist der Outback ohne E-Präfix nur in einem einzigen Punkt im Vorteil: bei der Anhängelast. Er darf zwei Tonnen Maximallast ziehen – und damit eine halbe Tonne mehr als der E-Outback.Der E-Outback ist markentypisch solideDer Verbrenner-Outback wirkt im Vergleich mit seinem Elektrobruder etwas altbacken. Vom Aussen- und Innendesign über die Motor-Getriebe-Kombination bis hin zum Bedienungskonzept (der E-Outback ist mit seinem 14,1-Zoll-Touchscreen und Drehreglern für Klima- und Audiobedienung auch hier besser) scheint er etwas aus der Zeit gefallen, auch wenn er über die Jahre stets weiterentwickelt wurde.Allzu lange ist er in Europa ohnehin nicht mehr erhältlich, Subaru bietet derzeit eine Final Edition an. Der Outback wird somit vollständig vom E-Outback abgelöst. Auch dieser gehört nicht zu den fortschrittlichsten Modellen. Doch als Geländekombi ist er in einer wenig besetzten Marktnische positioniert.Unter dem Strich haben die Japaner mit dem E-Outback ein geräumiges, solides E-Auto auf die Räder gestellt, das sich auf und neben der Strasse souverän fortbewegt, ein einwandfrei funktionierendes Paket von Fahrassistenten bietet und mit einem logischen Bedienungskonzept aufwartet.Der Preis ab 48 500 Franken erscheint für den Subaru E-Outback angemessen. Zum Marktstart gewährt der Schweizer Importeur noch 2000 Franken Einstiegsprämie. Und alle E-Outback-Käufer erhalten eine Garantie, die über zehn Jahre oder 200 000 Kilometer reicht. Die hat der Outback in der Final Edition (49 950 Franken) nicht zu bieten – ein weiteres Argument, das für die Elektroversion spricht.Die Testfahrt wurde durch Subaru unterstützt.Passend zum Artikel